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Mit Kuh auf Kollisionskurs?

Süß, aber keine Kuscheltiere - Mit Kühen auf Kollisionskurs? Unfälle beim Wanderurlaub

Nach der jüngsten Attacke einer Kuh auf eine Wanderin bei Reit im Winkel gibt die globale Tierschutzstiftung VIER PFOTEN Tipps für Urlauber:innen, um Unfälle mit Kühen zu vermeiden.

Vor zwei Wochen wurden auf der Seiser Alm in den Südtiroler Alpen (Italien) ein Paar von einer Herde angegriffen. Zeugen berichteten, dass die Leitkuh die Frau auf die Hörner nahm und mehrere Meter durch die Luft schleuderte, während der Mann zu Boden gestoßen wurde.

Zwei Tage zuvor wurde eine Urlauberin (27) beim Abstieg von der Alm „Gampe Thaya“ plötzlich von einer Kuh angegriffen, während die Urlauberin die Herde fotografierte. Als sie sich den Tieren näherte, sprang eine Kuh auf und bohrte ihr ein Horn in den Oberschenkel.

Die bis zu 1.000 Kilogramm schweren Rinder wirken harmlos, können aber zur Gefahr werden, wenn sie unterschätzt werden.

VIER PFOTEN empfiehlt: Bei der Begegnung mit Kühen sollten immer gewisse Grundregeln beachtet werden.

Denn obwohl Rinder biologisch betrachtet Fluchttiere sind, können sie bei vermeintlicher Gefahr  oder fehlenden Fluchtwegen mit einem Angriff reagieren.

„Die Begegnung mit Tieren auf der Weide sollte immer von Respekt gegenüber dem Lebewesen geprägt sein.

Selbst wenn die Kuh noch so niedlich ist, sollte das Tier weder berührt noch gefüttert werden, da dies zu lebensbedrohlichen Unfällen führen kann.

Deshalb ist generell zu empfehlen, zu allen Rindern auf der Weide größtmöglichen Abstand zu halten und sich möglichst ruhig zu verhalten.", so Dr. Nora Irrgang, Expertin für Tiere in der Landwirtschaft bei VIER PFOTEN.

Mit diesen Regeln sind Wanderer:innen auf der sicheren Seite:

  • Am Besten im Vorfeld der Wanderung abklären, ob diese über Weiden mit Rindern führt und gegebenenfalls nach alternativen Routen suchen – vor allem dann, wenn Hunde mit auf die Entdeckungstour kommen.
  • Beim Wandern sollte man markierte Wege nicht verlassen. Lässt sich die Überquerung einer Weide nicht verhindern, sollte man sich ruhig verhalten und Hunde unbedingt anleinen. Wenn vorhanden, Weidetore stets verschließen. Es sollte auf keinen Fall versucht werden, die Kühe zu füttern oder zu berühren.
  • Hunde haben ein angeborenes Abwehrverhalten, was dazu führen kann, dass eine ursprünglich friedfertige Kuhherde bedrohlich reagiert. Auch lärmendes Verhalten, das Imitieren von Kuhlauten und ruckartige Bewegungen bzw. spontanes Umherrennen sollten Wanderer unterlassen.

Die Warnsignale der Tiere beachten:

„Wer die Körperhaltung der Kühe richtig liest, senkt das Unfallrisiko. Senken Rinder  den Kopf und ziehen dabei das Kinn an, ist das eine unmissverständliche Drohgebärde.

In einem solchen Fall sollte man sich von dem Tier entfernen und die Weide möglichst ruhig verlassen. . Und dabei  nicht hektisch rennen. Immerhin könnten  Rinder im Galopp Geschwindigkeiten von bis zu 40 Stundenkilometer erreichen", sagt Dr. Nora Irrgang.

Trotz aller einfachen Verhaltensregeln – ein Restrisiko bei einem Zusammentreffen mit Tieren kann nie komplett ausgeschlossen, sondern lediglich minimiert werden.

Ein respektvoller Zugang zur Natur und ihren Lebewesen ist immer die beste Voraussetzung für ein verletzungsfreies Wandervergnügen.


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