Wo in Osttirol seit Generationen gearbeitet wird, entstehen mitunter überraschende neue Ideen: Die Naturbrennerei Kuenz in Dölsach kombiniert altbewährte Brennkunst mit moderner Produktentwicklung. Der Ausgangspunkt ist denkbar unspektakulär:
Obst aus den eigenen Gärten. Daraus entsteht ein Betrieb, der regionale Rohstoffe, kurze Wege und moderne Energiegewinnung miteinander verbindet. Osttirol-Urlauber erfahren bei Führungen und Verkostungen den Weg vom Obstgarten bis zum fertigen Destillat.
Am Figerhof in Kals geht die Landwirtschaft über die reine Produktion hinaus: Die eigene Hofkäserei verarbeitet die Milch der rund 300 Ziegen direkt vor Ort und macht aus regionaler Erzeugung ein kulinarisches Erlebnis.
Bei der Villgrater Natur beginnt Innovation mit Vorhandenem: Aus einem Bergbauernhof entwickelte sich eine Naturmanufaktur, die heimische Schafwolle zu Schlaf- und Wohnsystemen veredelt.
Der Familienbetrieb verbindet damit traditionelles Handwerk und überliefertes Wissen mit neuen Konzeptideen aus heimischen Ressourcen. Die Rohstoffe stammen möglichst aus der Region und werden in langlebige Güter verwandelt.
Die Zukunft war in Osttirol schon ziemlich lange da
Wie erfinderisch frühere Generationen mit den Möglichkeiten ihrer Umgebung umgingen, zeigt das Freilichtmuseum Alpines Leben in Innervillgraten.
Lüfter Mühle, Wegelate Säge, Lodenstampf, Einhof und Almhütte demonstrieren, wie Holz, Getreide und Wolle einst verarbeitet wurden. Die Lüfter Mühle etwa nutzt die Kraft des Arntalbachs:
Ein unterschlächtiges Schaufelrad treibt das Mahlwerk an und verarbeitet Getreide zu Mehl. Die denkmalgeschützte Wegelate Säge von 1883 gilt österreichweit als eine der letzten „Venezianergatter“, eine Holzsäge mit Wasserantrieb nach Konstruktion von Leonardo da Vinci.


Historische Gebäude neu genutzt: Der Kesslerstadel in Matrei gibt gewachsenen Strukturen eine neue Funktion. © TVB Osttirol | Thomas Schrott



