23.04.2019 ein Outdoor-Paradies auf Ostgrönland

Robert Peroni und Manfred Häupl - Pioniere für verantwortungsvolles Reisen

von: GFDK - Reisen und Urlaub

Ostgrönland ist arktische Wildnis im Urzustand. In den wenigen Siedlungen nahe des nördlichen Polarkreises bestimmt der Rhythmus der Natur den Alltag, die Inuit leben noch immer größtenteils von der Jagd. So auch in Tasiilaq, „Hauptstadt“ Ostgrönlands.

Die 2.000-Einwohner-Gemeinde am Kong Oscars Havn, einem gut acht Kilometer langen Fjord im Süden der Ammassalik-Insel, erreicht man nur über den Luft- oder Seeweg. Im Winter verirren sich kaum Besucher in das verschneite Städtchen.

Im Frühjahr erwacht Tasiilaq jedoch zum Leben und bietet Aktivreisenden ein Outdoor-Paradies fernab des Massentourismus. 

Auf einem Hügel südlich von Tasiilaq steht das „Rote Haus“ von Robert Peroni. Der farbenfrohe Holzbau ist Gästehaus und Treffpunkt für Einheimische zugleich. Wer dort eincheckt, hat die Wahl zwischen komfortablem Hotelbett oder gemütlichem Mehrbettzimmer in einer Lodge.

Der Südtiroler Extrembergsportler Peroni durchquerte 1983 als Erster das 1.400 Kilometer breite grönländische Inlandeis im äußersten Norden und beschloss, sich nach dieser Expedition in Ostgrönland niederzulassen.

Inspiriert vom Denken der Inuit kam er auf die Idee, mit seinen Nachbarn eine neue Form des Erlebens und Reisens in der Region zu etablieren. Dazu allerdings brauchte es das touristische Know-how seines Freunds Manfred Häupl, Inhaber von Hauser Exkursionen.

Vor 25 Jahren legten Häupl und Peroni die Grundlagen dafür, dass sich der Osten Grönlands nachhaltiger entwickeln konnte als der schon damals stark vom Kreuzfahrt- und Tagestourismus gezeichnete Süden und Westen.

Eine Konferenz mit den Inuit ging der Frage nach, wie sich die Region nach den Bedürfnissen ihrer Bewohner touristisch entwickeln kann.

Statt mit Consulting-Ideen, Business-Plan oder Marketing-Offensive trat Häupl mit folgendem Versprechen an: „Wir werden uns ausschließlich nach den Wünschen und Regeln der Inuit richten – und das bedingungslos“ Es wurde bis heute nicht gebrochen.

Hotelburgen oder andere zivilisatorische Auswüchse sucht man in Tasiilaq immer noch vergeblich. Dennoch profitiert die Region stark vom Tourismus. Als deutscher Marktführer vor Ort bietet Hauser Exkursionen aktuell vier Reisen dorthin an.

Auch Robert Peronis „Rotes Haus“, von Hauser mitfinanziert, prägt das Leben der Inuit in Tasiilaq nachhaltig. „Der Tourismus in Ostgrönland ist unsere größte Chance auf eine positive Zukunft“, weiß Tobias, der seit vielen Jahren in Peronis Hotel arbeitet.

„Das ‚Rote Haus" gewährt uns ein Weiterleben nach unseren uralten Vorstellungen und Traditionen. Wir brauchen den Tourismus, aber wir sind auch Jäger und wollen Jäger bleiben. Das hat Robert verstanden.“ Die rund 70 einheimischen Mitarbeiter haben durch den Südtiroler ein sicheres Einkommen gefunden.

Auch dem Umweltschutz hat sich Peroni in seiner Wahlheimat verschrieben. Statt der oft günstigeren und effizienteren Motorschlitten greift er bei seinen Touren auf die klassischen Hundeschlitten zurück – zum Wohl von Tier und Natur.

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