Ab Februar, wenn die Tage länger werden und die frühen Sonnenstrahlen jungfräuliche Hänge in butterweiche Firnflächen verwandeln, beginnt Osttirols Skitouren-Hauptsaison.
Im Land der 266 Dreitausender, das zur Hälfte auf über 2.000 Metern liegt, finden Fans der beliebten Wintersportart bis weit ins Frühjahr unberührte Natur und hochalpine Gebirgszüge, so weit das Auge reicht.
Neben zahlreichen Tages- und Mehrtagesklassikern wartet die österreichische Wintersportdestination südlich des Alpenhauptkamms mit eigens für Firngeher geöffneten Hütten auf.
Dank lokalen Guides und ausgewiesenen Routen können sich Bergsportler auf Sicherheit und professionelles Know-how verlassen.
Im Interview erklärt der Kalser Experte Vittorio Messini, warum die Planung gerade in der wärmeren Jahreszeit an die äußeren Gegebenheiten angepasst werden muss.
Tagestour: Vielfalt zwischen Lienzer Dolomiten und Hohen Tauern
Eine der schönsten Skitouren in den Lienzer Dolomiten führt in den Laserzkessel rund um die Karlsbader Hütte mit Abfahrten für alle Schwierigkeitsgrade.
Von Tristach gelangt man zum Parkplatz Kreithof und steigt dann gemütlich über die Dolomitenhütte zur Karlsbader Hütte auf, was etwa drei Stunden dauert.
Von dort bietet die Ödkarscharte auf 2.600 Metern nach einer Stunde Anstieg ein aussichtsreiches Panorama und lohnende Abfahrten.
Auch das schneesichere Defereggental eröffnet im Frühjahr zahlreiche Möglichkeiten für Anfänger und Genusstourengeher.
Vom Ausgangspunkt Staller Sattel auf 2.052 Metern startet die Route zur Roten Wand. Der Aussichtsberg (2.818 Meter) ist über weites Muldengelände durch das Ackstaller Tal erreichbar.
Der Aufstieg über 800 Höhenmeter dauert etwa zweieinhalb Stunden, die Abfahrt folgt entlang der gleichen Strecke zurück ins Tal.
Die Skiroute Hoch Tirol ist eine sechstägige Hochgebirgstour in den Ostalpen über mehr als 18.000 Höhenmeter und 140 Kilometer, die von Kasern in Südtirol durch die mächtige Gipfel- und Gletscherlandschaft des Venedigergebiets bis zum Großglockner, höchster Berg Österreichs, führt.
Die Durchquerung gilt als die Kaiserin unter den Frühjahrsskitouren, sind zu dieser Zeit doch schon ein paar Hütten nicht nur mit Winterräumen geöffnet, sondern auch als Stützpunkte samt Schlaf- und Verpflegungsmöglichkeiten.
Die Route führt über das Umbaltörl nach Osttirol zur Essener-Rostocker-Hütte, von wo aus der Große Geiger (3.360 Meter) erklommen wird.
Nach Übernachtung auf der Johannishütte führen knapp 1.500 Höhenmeter auf den Großvenediger (3.674 Meter).
Die Tour beinhaltet anspruchsvolle Abfahrten ins Innergschlöss, gefolgt von Aufstiegen zur Amertaler Höhe, Granatscharte und Stubacher Sonnblick (3.088 Meter).
Am fünften Tag geht es auf die Granatspitze (3.086 Meter), bevor eine Steilabfahrt zum Dorfersee und weiter zum Taurerwirt in Kals führt.
Den krönenden Abschluss bildet die Besteigung des Großglockners (3.798 Meter) am sechsten Tag ab der Stüdlhütte, gefolgt von der Abfahrt zum Lucknerhaus.
Skitourenerfahrung, Kletterkenntnisse und gute Kondition sind unbedingt erforderlich. Außerdem wird die Begleitung durch einen Osttiroler Berg- und Skiführer empfohlen.


In Osttirol sind Skitouren bis weit ins Frühjahr möglich. Bei der Planung gilt es vor allem auf Lawinenlage, tageszeitliche Erwärmung und die Stabilität der Schneedecke zu achten. ©TVB Osttirol/W9 Studio
Die sechstägige Skitour Hoch Tirol ab Südtirol bis zum Nationalpark Hohe Tauern in Osttirol ist anspruchsvoll und erfordert sehr gute Kondition und Technik. Die letzte Etappe führt mit Steigeisen auf Österreichs höchsten Berg, den Großglockner. © TVB Osttirol/Thomas Herdieckerhoff











