Während sich Fertiggerichte steigender Beliebtheit erfreuen, zahlen Tiere oft einen hohen Preis für diese Bequemlichkeit.
Viele Verbraucher:innen sind sich nicht bewusst, dass ihre Fertiggerichte Tierquälerei enthalten können, da tierische Produkte aus Massentierhaltung verwendet werden.
Das aktuelle Ranking der globalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN zeigt, dass der Großteil der bewerteten führenden Lebensmittelproduzenten von Fertiggerichten schlecht abschneidet, wenn es um effektive Strategien zur Reduzierung von Fleisch und Milchprodukten zur Verbesserung des Tier- und Klimaschutzes geht.
Selbst die am besten bewerteten Unternehmen - Dr. Oetker, Nestlé, FRoSTA - erreichten nur die Kategorie „durchschnittlich". VIER PFOTEN fordert die Lebensmittelproduzenten zu weitreichenden Verbesserungen auf.
„Obwohl der Appetit auf pflanzliche Alternativen immer größer wird, enthalten die meisten Fertiggerichte wie Tiefkühlpizzen immer noch tierische Produkte und damit Tierquälerei.
In unserem jüngsten Ranking haben wir festgestellt, dass führende Unternehmen in diesem Sektor diesbezüglich schlecht abschneiden.
VIER PFOTEN fordert die Lebensmittelproduzenten auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden, Fleisch und Milchprodukte zu reduzieren, grausame Praktiken abzuschaffen und ihr pflanzenbasiertes Angebot zum Wohle der Tiere und unseres Klimas auszubauen", sagt Sonja Svensek, Leiterin des Bereichs Ernährung bei VIER PFOTEN.
Das Ranking
Zwischen Juli und November 2024 bewertete VIER PFOTEN elf internationale Lebensmittelproduzenten (Bell Food Group, bofrost*,
The Campbell's Company, Conagra Brands, FRoSTA, GBFoods, heristo, Kraft Heinz, Nestlé, Nomad Foods, Dr. August Oetker KG)
im Hinblick darauf, ob sie Strategien zur Reduzierung von Fleisch- und Milchprodukten verfolgen, um das Wohlergehen der Tiere in ihren Lieferketten zu verbessern und ihre Treibhausgasemissionen zu senken.
Es wurde auch untersucht, inwiefern sie die Erhöhung pflanzenbasierter Produkte fördern. Die Bewertung basierte auf öffentlich zugänglichen Informationen wie CSR- und ESG-Richtlinien sowie auf Informationen, die VIER PFOTEN von den Lebensmittelproduzenten zur Verfügung gestellt wurden.
Acht von elf Lebensmittelproduzenten schnitten schlecht ab
Obwohl einige positive Tendenzen erkennbar waren - wie z. B. erste Schritte die Reduktion von Fleisch und Milch in der Unternehmensstrategie zu verankern - erreichten mehr als 80 % der bewerteten Lebensmittelproduzenten nur die Kategorie „schlecht" oder „sehr schlecht".
Keiner der Hersteller von Fertiggerichten schnitt „gut" oder „sehr gut" ab.
Die am besten bewerteten Unternehmen - Dr. Oetker, Nestlé, FRoSTA - erreichten nur die Kategorie „durchschnittlich", da sie etwas mehr als die Hälfte der Kriterien erfüllten.
Landwirtschaftliche Tierhaltung als einer der Hauptverursacher der Klimakrise
Obwohl die landwirtschaftliche Tierhaltung zu den größten Treibern der Klimakrise zählt und für ein Sechstel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist, haben nur zwei Lebensmittelproduzenten - Conagra und Dr. Oetker - bereits Maßnahmen zur Reduzierung von Fleisch und Milchprodukten in ihrem Sortiment ergriffen.
Dr. Oetker bot beispielsweise seinen Verbraucher:innen einen CO2-Fußabdruck-Rechner an, der zeigt, dass die pflanzliche Variante ihrer Salami-Pizza nur etwas mehr als die Hälfte des CO2-Ausstoßes verursacht als jene, die mit Fleisch und weiteren tierischen Produkten hergestellt wird.
Tierquälerei ist immer noch Bestandteil von Fertiggerichten
Jedes Jahr werden weltweit mehr als 92 Milliarden Tiere für die Herstellung von Lebensmitteln (Fleisch, Milchprodukte, Eier) ausgebeutet, die meisten von ihnen unter den grausamen Bedingungen der Massentierhaltung.
Dort leiden die Tiere in hohen Besatzdichten, auf engstem Raum und bei schlechter Belüftung, ohne jemals die Sonne zu sehen oder Erde oder Gras zu spüren.
Sie sind Verstümmelungen wie Schwanzkupieren oder Praktiken wie Anbinden und Qualzucht ausgesetzt, was zu Krankheiten und Schmerzen führt - um nur einige Beispiele für die grausamen Bedingungen zu nennen, unter denen die Tiere leben müssen.
Trotz dieser weit verbreiteten Grausamkeiten hat sich kein Lebensmittelproduzent klar verpflichtet, tierische Produkte aus Massentierhaltung schrittweise aus der Lieferkette zu entfernen.
In der Kategorie „Tierwohl" erfüllten zehn von elf Lebensmittelproduzenten nicht einmal die Hälfte der Rankingkriterien.
Dennoch wurden einige Maßnahmen ergriffen. Neun Unternehmen verfügten über eine Tierschutzrichtlinie. Einige unternahmen Schritte, um grausame Praktiken zu reduzieren.
So hatten sich mehrere Lebensmittelproduzenten zum Ziel gesetzt, käfigfreie Eier zu verwenden; Nestlé, Kraft Heinz und The Campbell's Company hatten Pläne, die Kastenstandhaltung von Schweinen zu beenden; Nestlé und Kraft Heinz wollten auch das Kupieren der Schwänze abschaffen, um nur einige der Maßnahmen zu nennen, die bei der Bewertung beurteilt wurden.
Wachsender Appetit auf pflanzenbasierte Gerichte
Es ist nicht genug, einfach nur die Anzahl der angebotenen pflanzenbasierten Gerichte zu erhöhen, da dies nicht automatisch zu einer Verringerung tierischer Produkte oder der Anzahl der gehaltenen Tiere führt.
Das Ranking stellt jedoch positiv fest, dass der Appetit auf pflanzliche Alternativen wächst, da alle Hersteller pflanzenbasierte Fertiggerichte anbieten.
Es wurde jedoch auch festgestellt, dass einige Unternehmen zwar Milch- und Fleischprodukte reduzieren, diese aber durch andere tierische Produkte wie Fisch kompensieren.
Im Ranking war Kraft Heinz der einzige Lebensmittelproduzent, der sich ein konkretes und zeitlich begrenztes Ziel setzte, den Anteil pflanzenbasierter Fertiggerichte dauerhaft zu erhöhen.


Lebensmittelproduzenten schneiden schlecht ab © Adobe Stock | Molly Condit / Sinergia Animal / We Animals



