Gesellschaft Freunde der Künste

Nachrichten und Veranstaltungen in unserem Archiv

Beating Hearts (L’Amour ouf)

Romantik-Drama und Gangster-Epos - Romeo und Julia mit Knast und Kleinbürgerhölle

(Kinostart: 27.3.) Romeo und Julia mit Knast und Kleinbürgerhölle: Die Liebe zwischen einem Kleinkriminellen und einer Halbwaisen schildert Regisseur Gilles Lellouche als betörend originellen Bilderbogen, der zwischen Romantik-Drama und Gangster-Epos changiert. Eine Amour fou, so intensiv wie das erste Mal.

Alle paar Jahre wird in Frankreich eine epische Liebesgeschichte gedreht, deren existentielle Wucht das Publikum mitreißt.

Mit „Die Liebenden von Pont Neuf“ über die Beziehung eines Clochards zu einer erblindenden Malerin wurde Regisseur Leos Carax 1991 schlagartig berühmt.

Mit „Blau ist eine warme Farbe“ machte Regisseur Abdellatif Kechiche 2013 das Verhältnis zweier jugendlicher Lesben zur klassischen éducation sentimentale.

Und in „Wo in Paris die Sonne aufgeht“ katapultierte Jacques Audiard 2021 eine Vierecksbeziehung in die Gegenwart von Tinder und Webcam-Models.

Dagegen wirkt die Figurenkonstellation von „Beating Hearts“ so altmodisch und vertraut wie der Titel – weil in der englischen Version das Wortspiel des Originals verloren geht.

Französische Teenager benutzen gern den Jugend-Jargon Verlan, bei dem die Reihenfolge von Wortsilben umgekehrt wird. „Ouf“ ist die Verlan-Variante von „fou“, also „verrückt“ – und zugleich synonym mit dem Ausruf „Uff!“.

„L’Amour ouf“ bedeutet also eine Amour fou, die echt anstrengend ist.

Es funkt beim Schulbus-Ausstieg

Worauf in einer nordfranzösischen Kleinstadt Anfang der 1980er Jahre erstmal nichts hindeutet. Girl meets boy:

Als die 15-jährige Jackie (Mallory Wanecque) aus dem Schulbus aussteigt und den 17-jährigen Clotaire (Malik Frikah) sieht, funkt es zwischen beiden sofort.

Seit dem Unfalltod ihrer Mutter lebt Jackie allein bei ihrem Vater; in Sakko und Lederschuhen wirkt die Musterschülerin deutlich reifer als ihre Klassenkameraden.

Clotaire hingegen hat die Schule geschmissen, tanzt seinen Arbeiter-Eltern auf der Nase herum und spielt den großmäuligen Macker, wenn er mit Kumpels die Zeit totschlägt oder in Geschäften Kleinkram klaut.

Ihre Kunst+Film-Redaktion

Ja, ich möchte Inhalte von Youtube angezeigt bekommen. Ich bin einverstanden, dass dadurch meine personenbezogenen Daten an den Betreiber des Portals, von dem der Inhalt stammt, weitergegeben werden, so dass dieser mein Verhalten analysieren kann. Weitere Informationen finden Sie in unserer  Datenschutzerklärung.

BEATING HEARTS | Trailer Deutsch | Ab 27. März im Kino