Gesellschaft Freunde der Künste

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Die Friedhöfe der Stadt

Prags Friedhöfe: Schatten und der Zauber der Vergänglichkeit

Herbst in Prag bedeutet kürzere Tage und längere Schatten, und gerade dann entfalten die Friedhöfe der Stadt ihre besondere Anziehungskraft.

Der moosbewachsene Olšany-Friedhof, einer der größten in Europa, ist ein stiller Park aus Grabsteinen, Monumenten und wucherndem Efeu.

Die ersten Bestattungen reichen bis ins späte 17. Jahrhundert zurück, und bis heute sollen hier schätzungsweise zwei Millionen Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Dort wird Stadtgeschichte in Stein erzählt – von barocken Skulpturen bis zu Art-déco-Mausoleen. Friedhöfe wie dieser sind keine Orte des Schreckens, sondern der Erinnerung, die Prag seine ganz eigene Melancholie verleihen.

Jenseits von Prag: Wo Knochen Geschichten erzählen

Doch nicht nur die Hauptstadt birgt solche Momente zwischen Schönheit und Vergänglichkeit.

In Kutná Hora, einer altertümlichen Kleinstadt in Mittelböhmen, befindet sich eines der berühmtesten Beinhäuser Europas: die Knochenkirche von Sedlec.

Dort sind jahrhuntertealte Gebeine nicht versteckt, sondern kunstvoll arrangiert – in Form von Kronleuchtern aus Schädeln, Girlanden aus Beckenknochen, ganzen Altären aus Skeletten.

Dort werden die Überreste von mehr als 40.000 Menschen aufbewahrt – ein Ort, der gleichermaßen fasziniert wie erschaudern lässt und die enge Verbindung zwischen Leben, Tod und Kunst sichtbar macht.