Gesellschaft Freunde der Künste

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Golems, Geister und Geheimnisse

Das mystische Prag: Streifzug durch die Jahrhunderte

Wer durch die Altstadt Prags streift, kann die Stimmen vergangener Zeiten regelrecht flüstern hören. Die Karlsbrücke etwa, deren steinerne Bögen die Moldau seit über 660 Jahren überspannen, ist nicht nur eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, sondern auch Schauplatz zahlloser Legenden.

Kein Wunder, denn die steinernen Heiligen scheinen Passanten bis heute mit prüfendem Blick zu begleiten. Nicht weit entfernt zieht das Prager Jesulein seit Jahrhunderten Pilger und Neugierige an und ist bis heute eines der bekanntesten Gnadenbilder Jesu.

Die kleine Statue, die in der Kirche Maria vom Siege (Tschechisch: Kostel Panny Marie Vítězné) verehrt wird, gilt als wundertätig und hat in ihrer bewegten Geschichte seit 1628 Kriege und politische Umbrüche überdauert.

Das jüdische Viertel, ein Labyrinth aus engen Straßen und ehrwürdigen Synagogen, ist unterdessen der Geburtsort der Legende des Golems.

Der Sage zufolge formte Rabbi Löw im 16. Jahrhundert eine Gestalt aus Lehm, um das jüdische Ghetto in Prag vor Verfolgung zu schützen.

Eine große, unförmige, stumme Silhouette, weder Mensch noch Maschine – der Golem soll bis heute bei Dunkelheit durch die Gassen des Viertels streifen.