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Die Fayeds bei den Galliern

Flüchtlinge in der französischen Provinz reiht Klischees und Stereotypen zum Fremdschämen aneinander

Nicht jede Erfolgsformel lässt sich wiederholen. Regisseurin Julie Delpy hat mehrere witzige Sittenkomödien über den culture clash von Europäern mit US-Amerikanern gedreht, doch bei "Die Barbaren - Willkommen in der Bretagne" verlässt sie ihr Esprit.

Die Einquartierung syrischer Flüchtlinge in der französischen Provinz reiht Klischees und Stereotypen zum Fremdschämen aneinander.

(Kinostart: 26.6.) Die Fayeds bei den Galliern: Regisseurin Julie Delpy lässt in ihren Filmen gern Kulturen kollidieren, doch bei dieser Dramödie geht die Rechnung nicht auf.

Die Ankunft einer syrischen Familie in einem französischen Dorf dient vor allem als Aufhänger für eine Reihe von Stereotypen und peinlichen Momenten.

Sébastien (Jean-Charles Clichet) ist Betreiber eines Sägewerks und Teilzeit-Politiker.

Seine Ambitionen sind dabei weitaus größer als das Dorf, dem er als Bürgermeister vorsteht.

Zwar spielte das bretonische Paimpont schon in der Sagenwelt von König Artur eine Rolle. In der Gegenwart hat der Ort jedoch Probleme, die für strukturschwache Regionen allzu typisch sind: etwa Landflucht und Arbeitslosigkeit – kurzum: mangelnde Perspektiven.

Sébastien ist entschlossen, das Ruder herumreißen. Mit einem Imagefilm wirbt er leidenschaftlich für Paimpont.

Darüber hinaus plant er mit der Lehrerin Joëlle (Julie Delpy) die Unterbringung einer aus der Ukraine geflüchteten Familie.

Nicht nur, damit das Dorf wieder ein bisschen wächst – auch als Beleg dafür, dass es sich dort gut leben lässt.

Dieser Idee mag sich nicht einmal Klempner und dumpfbackige Dorf-Rassist Hervé (Laurent Lafitte) verweigern, als der Plan im Gemeinderat zur Abstimmung gestellt wird.

Bloß nichts Falsches sagen!

Schließlich beabsichtigt sogar ein TV-Sender, über die Neuankömmlinge zu berichten.

Der Zuschauer lernt die Dorfbewohner in den ersten Filmminuten dann auch erst einmal so kennen, wie sich vor der Fernsehkamera präsentieren: leicht gehemmt.

Niemand will etwas Falsches sagen. Das jedoch soll sich bald ändern. Denn das Integrations-Projekt kommt ins Wanken, als statt der angekündigten Ukrainer eine syrische Familie eintrifft, die Fayads.

Kunst+Film-Redaktion

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Die Barbaren - Willkommen in der Bretagne | Trailer Deutsch HD | Ab 26. Juni im Kino | Julie Delpy