Gesellschaft Freunde der Künste

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Werbeboykott gegen Facebook

Bei Facebook gibt es keinen Grund zum Feiern

Verena Gründel, Mitglied der Chefredaktionbei W&V, hat heute verdammt viel zu erzählen.

Lieber Herr Böhmer,

ich bin noch ganz geflasht. Die Verleihung des Deutschen Mediapreises gestern Abend war trotz virtueller Darreichungsform emotionaler und persönlicher, als ich vermutet hätte. Wer ihn verpasst hat, kann sich jetzt noch ein Bild davon im Webcast machen.

Dazu haben besonders die Momente beigetragen, als die Media-Agentur und die Media-Persönlichkeit des Jahresihre Auszeichnungen bekamen.

Herzlichen Glückwunsch noch einmal an beide – wie auch an sämtliche Gewinner der Media-Strategien, -Ideen und Youngsters. Es war ein guter Jahrgang.

Apropos guter Jahrgang, nächstes Jahr stoßen wir dann hoffentlich wieder persönlich auf die Sieger an – und auf die aus diesem Jahr gleich mit.

Bei Facebook gibt es dagegen keinen Grund zum Feiern. Das soziale Netzwerk steht unter Druck wie nie in seiner Geschichte. Was Politik oder Datenschützer nicht geschafft haben, gelingt nun Werbetreibenden wie VW und Audi: Mittlerweile haben sich rund160 Unternehmen dem Werbeboykottgegenüber dem sozialen Netzwerk angeschlossen.

Facebook gerät in die Defensive und verteidigt sich. Bisher sind die Statements von Chefkommunikator Nick Clegg allerdings nicht mehr als warme Worte. Die Industrie wartet auf ein Handeln. Das muss kommen. Denn diesen Boykott auszusitzen, wird sich Facebook nicht leisten können.

Wenig Grund zur Freude herrscht auch bei der AOK Baden-Württemberg. Denn die soll 1,2 Millionen Euro wegen eines Verstoßes gegen die DSGVO zahlen. Es eine der bislang höchsten Summen bundesweit.

Ertragen Sie noch eine Hiobsbotschaft? Wenn nein, dann hören Sie jetzt auf zu lesen und haben Sie einen schönen Abend.

Wenn ja, dann habe ich noch die hier für Sie: Erstmals in ihrer Geschichte erscheinen die Luxusmagazine Vogue und Madame mit Doppelausgaben für Juli und August . Geschuldet ist dies vor allem dem massiven Einbruch des Anzeigengeschäfts.

Denn wer mag sich schon mit neuen Lippenstiften beschäftigen, wenn man sie hinter den Masken ohnehin nicht sieht. Und wer interessiert sich für 2000-Euro-Kleider, wenn ein Virus die Existenz bedroht?

Und der angeschlagene Modekonzern Esprit wird die Hälfte seiner 100 Geschäfte in Deutschland schließen. Etwa 1100 Stellen in den Läden und in der Verwaltung fallen den Sparmaßnahmen zum Opfer.

Zum Glück wird 2021 alles besser. Zumindest die IAA hat große Pläne für ihre Messe im kommenden Jahr in München. Von Corona ist im neuen Konzept, das die Verantwortlichen vorstellen, keine Rede.

Optimismus ist so wichtig.

Einen positiven Abend wünscht

Verena Gründel