Jähzornig und brillant, manchmal auch unbeholfen und verschroben.
Mit seinem Helden Jackson Lamb hat der britische Autor Mick Herron einen einmaligen Helden erschaffen, der zwar ebenfalls für den MI5 arbeitet, mit James Bond aber nun gar nichts gemein hat.
Im Gegenteil. Lamb fristet sein Dasein in einer (fast) vergessenen Außenstelle des Geheimdienstes, einem so genannten Slough House, wo nichts weiter herrscht als gähnende Leere, in der sich ebenso sonderbare Agenten zur Strafe eher Zeit denn Gegner töten und nur darauf warten, unangenehme Aufgaben zu übernehmen, die sonst keiner erledigen will.
In „London Rules", jüngst als Taschenbuch bei Diogenes (www.diogenes.ch) erschienen, sprengt eine zunächst unbekannte Söldnergruppe das Pinguingehege im Londoner Zoo in die Luft und verübt eine Anschlag auf ein Dorf.
Als einer von Lambs Männern nur knapp einem stümperhaften Attentat entgeht, stellt sich das Team von Außenseitern der Gefahr und - alles endet im Chaos.
Vor allem der britische schwarze Humor zeichnet Herrons Spionage-Reihe aus, die nebenbei die aktuelle politische Situation auf der Insel spiegelt.
Großartig! Auf Apple TV + verkörpert der grandiose Gary Oldman übrigens Jackson Lamb in der gleichnamigen Serie. „London Rules", knapp 500 Seiten. 14 Euro. Höchst empfehlenswert.
Sönke C. Weiss


Auf Apple TV + verkörpert der grandiose Gary Oldman übrigens Jackson Lamb in der gleichnamigen Serie. Foto: Youtube/Spot-Screenshot



