Der alles entscheidende Satz ist, das Mund aufmachen nicht für alle gilt. „Die Buchmesse 2018 sollte ein Lesefest sein, das die Vielfalt unserer Demokratie deutlich macht“ Ob Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank sich diesen Satz einmal durch den Kopf gehen läßt?
Die Schmudelkinder sollen nicht mehr dabei sein
"Vielfalt der Demokratie"? Und wer hat das Recht seinen Mund aufzumachen? Wer bestmmt wer sein Klappe halten soll? Wir finden das Herr Mendel es sich zu einfach macht. Wer am Ende auf der "richtigen Seite" steht wird sich also noch zeigen.
Pressemitteilung der Bildungsstätte Anne Frank
BUCHMESSE 2018 BRAUCHT EINE KLARE STRATEGIE GEGEN RECHTS
Große Unterstützung der Initiative „mut mutiger mund auf“ - doch einzelne Aktionen sind kein Allheilmittel gegen das selbstbewusste Auftreten der Neuen Rechten
Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse fordert Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank, eine deutliche Haltung und klare Strategie für einen Umgang mit Verlagen und Akteur*innen der Neuen Rechten für die Buchmesse 2018.
„Das neue Selbstbewusstsein der Akteur*innen aus der Szene der Neuen Rechten hat sich auf der Buchmesse in diesem Jahr ganz deutlich gezeigt. Veranstalter, Verlage und Aussteller müssen im nächsten Jahr besser vorbereitet sein, um gemeinsam ein starkes Zeichen gegen menschenverachtende Haltungen auf der Buchmesse zu setzen.
Es kann nicht sein, dass einzelne Akteure wie die Bildungsstätte Anne Frank oder die Amadeu Antonio Stiftung die Stellung für die gesamte Mehrheitsgesellschaft halten müssen.“
Am Stand der Bildungsstätte Anne Frank in Halle 3.1 war die Situation immer wieder angespannt. Das Zentrum für politische Bildung und Beratung Hessen hatte kurzfristig die Aktion „mut mutiger mund auf“ für Vielfalt auf der Buchmesse gestartet, an der sich Hunderte Messebesucher*innen am Stand beteiligten, welcher sich im selben Gang wie der neurechte Antaois-Verlag befand.
„Immer wieder kamen Personen aus diesem Umfeld an unseren Stand, versuchten die Mitarbeiter*innen einzuschüchtern, zu beleidigen oder in Diskussionen zu verstricken, die ganz offensichtlich eher Kräfte binden sollten als dass sie eine Bereitschaft zur offenen Debatte und Auseinandersetzung anzeigten“, so Mendel.
Auf der Facebook-Seite wurden Hasskommentare gepostet, darunter auch solche, in denen Anne Frank-Zitate in geschichtsrevisionistischer und diffamierender Weise genutzt wurden, um gegen die Bildungsstätte und ihre Aktion für Vielfalt zu hetzen.
„Als wir unseren Stand gebucht hatten, haben wir nicht damit gerechnet, dass wir in diesem Umfeld untergebracht sind“, sagt Mendel.
Als dieNachbarschaft zum Antaois-Verlag bekannt wurde, hat die Einrichtung spontan mit der Initiative „mut mutiger mund auf“ reagiert, um ein klares Zeichen gegen menschenverachtende Haltungen, gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung zu setzen, die von zahlreichen Institutionen und zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützt wurde – darunter das Bundesfamilienministerium, die Stadt Frankfurt, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Gewerkschaften, Kirchen und Migrant*innenselbstorganisationen. Mehr als Tausend Besucher*innen haben sich an der Aktion beteiligt – mit ihrer Unterschrift oder indem sie ihre Münder fotografieren ließen.
Prominente wie Buchpreisträger Robert Menasse, der Schriftsteller Uwe Timm, die Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries, der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, Popsänger Udo Lindenberg oder die Holocaustüberlebende Eva Szepesi ließen sich für die Aktion fotografieren. Comedian Jan Böhmermann mit seinen mehr als eine Million Facebook-Freunden teilte einen Post der Bildungsstätte, der sich – vor dem Hintergrund, dass die neurechte Verlegerin Ellen Kositza den Button der „mut mutiger mund auf“-Aktion die Messetage über sichtbar trug – mit den Diskursstrategien der Neuen Rechten befasste und damit das Thema über den Tellerrand der Messe in die Breite trug.
„Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Kooperationspartner*innen und den vielen Einzelpersonen und freuen uns sehr über den enormen Zuspruch und die kurzfristige Unterstützung unserer Initiative“, sagt Dr. Meron Mendel. „Die starke Beteiligung hat gezeigt:
Die Mehrheit der Gesellschaft tritt für eine Gesellschaft ein, in der alle einen Platz haben – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht, religiöser Zugehörigkeit oder sexueller Orientierung. Zugleich ist klar, dass eine einzelne Initiative kein Allheilmittel gegen das gestärkte Selbstbewusstsein der Neuen Rechten ist.“
Mit mehreren Veranstaltungen konnte der Antaois-Verlag neurechter Prominenz ein Podium bieten – unter ihnen AfD-Politiker Björn Höcke, der mit seinen geschichtsrevisionistischen Äußerungen zum Holocaust-Mahnmal und zur deutschen Erinnerungspolitik das Gedenken an die Opfer der Shoah mit Füßen tritt und einen Schlussstrich verlangt, was die Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus betrifft.
„Für das nächste Jahr müssen die Veranstalter eine breite Koalition der Aussteller und Verlage organisieren, die deutlich macht, dass die Frankfurter Buchmesse ein Ort der Meinungsfreiheit ist – aber kein Raum für rassistische, antisemitische, völkisch-nationalistische oder geschichtsrevisionistische Haltungen.“
Nach einer kurzen Evaluationszeit werde er sich dazu mit dem Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, in Verbindung setzen. Der Rechtsruck in Deutschland wird Thema und Herausforderung der offenen, demokratischen Gesellschaft bleiben.
Darauf müssen auch die Veranstalter der Buchmesse 2018 vorbereitet sein. „Die Buchmesse 2018 sollte ein Lesefest sein, das die Vielfalt unserer Demokratie deutlich macht“, sagt Mendel.
mut mutiger mund auf - Gib der Vielfalt Deine Stimme.
Eine Initiative der Bildungsstätte Anne Frank mit Unterstützung der Stadt Frankfurt, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben.“
Partner:
Adibe Netzwerk Hessen – Antidiskriminierungsberatung, Frankfurt/Main
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V, Berlin'
Anne Frank Zentrum, Berlin
Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V., Berlin
AStA der Universität Frankfurt
Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V.
BildungsBausteine e.V., Berlin
Bund deutscher PfadfinderInnen, Frankfurt
DaMigra e.V., Dachverband der Migrantinnenorganisationen, Berlin
Deutsche Gesellschaft für Transidentität und Intersexualiät dgti e.V.
Deutscher Gewerkschaftsbund, Region Rhein-Main
Deutsche Nationalbibliothek /Deutsches Exilarchiv 1933-1945
DiB – Deutsch-iranische Beratungsstelle für Frauen und Mädchen e.V.
Digitale Helden, Frankfurt/Main
DLRG-Jugend Hessen, Wiesbaden
Evangelische Kirche Frankfurt
Förderverein Roma, Frankfurt
Frankfurter Jugendring
Frankfurter Rat der Religionen
Gegen Vergessen – für Demokratie e.V.
Gesicht zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland, Berlin
Haus am Dom, Frankfurt/Main
Haus am Maiberg. Akademie für politische & soziale Bildung
Hessischer Flüchtlingsrat, Frankfurt
Hessischer Jugendring e.V., Wiesbaden
Jugendinitiative Spiegelbild, Wiesbaden
KIgA e.V. / Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, Berlin
Kuss41 – Queeres Jugendzentrum Frankfurt
LIBS e.V. Lesben Informations- und Beratungsstelle Frankfurt
Literaturhaus Frankfurt
Paritätisches Bildungswerk Bundesverband, Frankfurt/Main
RAA Berlin. Regionale Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) e.V.
Rahma e.V. Muslimisches Zentrum für Mädchen, Frauen und Familie e.V., Frankfurt/Main
response. Beratung für Betroffene rechter und rassistischer Gewalt Hessen, Frankfurt/Kassel
rbm – Rechte behinderter Menschen, Marburg
„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ Bundesverband, Berlin
ZWST e.V. – Zentrale Wohlfahrtstelle der Juden in Deutschland. Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment, Berlin
Hier geht es zu unserem Feuilleton, Reden ist Silber....Schreiben ist Gold
GFDK ist ein unabhängiges Nachrichtenportal mit einer etwas anderen Sichtweise auf das Weltgeschehen.
Nachrichten, Stories, Meinungen und Unterhaltung
Freunde der Künste,
das Sprachrohr der Kreativwirtschaft


Keine Schmudelkinder beim Lesefest in Frankfurt. Mut mutiger Mund auf, oder doch besser Mund zu. Denn nicht alle sollen das Recht haben ihren Mund aufzumachen. Foto: (c) Bildungsstätte Anne Frank