Gesellschaft Freunde der Künste
es kommt häufig zu einem Erbstreit

Erbitterte Erbfälle - Beim Erben ist sich jeder selbst der Nächste

„Der Fang des Tages" heißt ein ganz famoses Buch, dass jetzt in der Edition W (www.edition-w.de) erschienen ist und in dem es um das liebe Geld geht, genauer gesagt, um ein Erbe, das eine Familie zu zerstören droht, was eigentlich nicht weiter tragisch ist, so sie denn eh nur ein mehr oder weniger funktionierendes Bündnis vielerlei Interessen ist:

Kaum ist Elfriede Escher, Testilfabrikantin und Witwe mit beachtlichem Vermögen, tot, bricht nach der Testamentseröffnung zwischen ihren drei Kindern ein erbitterter Streit aus.

Jeder ist sich selbst der Nächste, das gilt genauso für die Partner in diesem grantigen Familienroman.

Auf einer zweiten Ebene entwirft Autorin Gisela Stelly Augstein das Szenario eines ganz anderen und dennoch ähnlichen Erbfalls.

Nach dem Tode eines Medientycoons werden seine Erben wie Mitarbeiter zu wahren Monstern, die allesamt „den Fang des Tages" jagen.

Ebenfalls ein wahres Schurkenstück mit vielen Wendungen, die das Buch zu einem wahren Vergnügen werden lassen, wenn der Leser Ironie und eine ordentliche Portion Zynismus zu schätzen weiss.

Langweilig wird's auf den etwa 250 Seiten auf jeden Fall nicht. 24 Euro. 

Sönke C. Weiss

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