Dr. Christian Weilmeier schreibt: "Unbekannte" haben das Haus und das Auto des AfD-Politikers Georg Pazderski beschädigt. Es gibt noch weitere solche Vorfälle. Gerade in den letzten Tagen hat jemand aus meinem "offline"-Bekanntenkreis verkündet, man müsse gegen die "rechten Ratten" vorgehen.
Ich werde ihn nächste Woche persönlich darauf ansprechen, ob er sich der Konsequenzen seines Spruchs klar ist. Was unterscheidet eigentlich diejenigen, die von "rechten Ratten" reden von denjenigen, die von "linken Zecken" sprechen?
Die progressiv-humanitäre und gewalttätige Linke widerlegt jeden Tag ihre Sprüche von Humanismus und Menschenfreundlichkeit. Sie regiert der Hass. Wer mit seinem Tun seine eigene Ideologie derart konsequent widerlegt, der wird politisch scheitern.
Die einen zerstören Autos, die anderen grenzen aus. In der Sache ist es aber das gleiche und das führt zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft meint Gottfried Böhmer von der GFDK. Auch das Sprichwort "Hüte deine Zunge" sollte man beachten. Orginal: Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. (Ps 34,14; LUT)
Auch das ist richtig: Wer es wagt die AfD zu kritisieren oder gar zu verlassen, wird als „Verräter“, „Ratte“, „Schlappschwanz“ oder sonstiges beschimpft." Aus der Pressemitteilung von Matthias Manthei, bis zum 25. September 2017 Parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion Mecklenburg-Vorpommern, zu seinem Parteiaustritt.
"Wir stehen auf der richtigen Seite."
Im Berliner Friedrichstadtpalast sind die sechs Millionen AfD Wähler nun keine gern gesehenen Gäste mehr. Nur noch für "anständige" Wähler und Leute, die auf der richtigen Seite stehen, soll es Unterhaltung in Berlin geben. Wer das ist und wer nun nicht mehr dazu gehört, erklärt Ihnen der Intendant des Revuetheaters aus Berlin.
Bernd Schmidt, der Intendant des Friedrichstadt-Palastes, hat sich klar positioniert. Er will in seinem Revuetheater keine AfD-Wähler als Zuschauer haben. In einem Brief an alle Mitarbeiter schreibt Schmidt: "Wir werden uns künftig noch deutlicher als bisher von 20 oder 25 Prozent unserer potenziellen Kunden im Osten abgrenzen und von Hohlköpfen mit Migrationshintergrund selbstverständlich auch. Ich will all deren Geld nicht." Bernd Schmidt erklärte, "Wir stehen auf der richtigen Seite."
Bernd Schmidt ist in der Sache Konsequent
2012 hatte Bernd Schmidt einen unbefristeten Boykott russischer Kulturorganisationen beschlossen. Die Palast-Leitung erhielt dafür am 23. Juni 2012 den Sonderpreis für Zivilcourage des Berliner CSD ev.
2014 beschloss Bernd Schmidt zu Premieren des Hauses keine Botschafter mehr aus Ländern einzuladen, die von Staats wegen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren. 83 Staaten die auf der „Pinken Liste“ standen waren davon betroffen und die Bundesregierung aus CDU und SPD war nicht davon begeistert.
Ganz am Rande: Der Friedrichstadt-Palast gehört einer landeseigenen Gmbh, also den Berliner Steuerzahlern.
Das sollte Herr Schmidt einmal lesen:
"Süddeutsche.de" Joseph Stiglitz sieht im Aufschwung der Rechtspopulisten einen Aufstand der Globalisierungsopfer. "Die Menschen erkennen, dass die Globalisierung für Unternehmen und sehr Reiche super funktioniert hat, aber nicht für die übrigen Bürger." Speziell auf die AfD bezogen erklärte er: "Es gibt eine ökonomisch begründete Angst in Deutschland.
Es gibt jede Menge Leute, die sehr wenig verdienen, deren Einkommen seit Jahren stagnieren und die sehr unglücklich sind. Die Regierungen haben unterschätzt, wie wichtig ein anständigen Einkommen für die Würde der Menschen ist."
Offener Brief an den Liedermacher Wolf Biermann zum Umgang mit 'Andersdenkenden'. Anmerkung: Vielleicht haben die Ostdeutschen nur mehr Protest geäußert, weil sie noch aus eigener Erfahrung wissen, wie ein Unrechtsstaat arbeitet. "Eine selbsternannte Kaste elitärer 'Meinungsmacher" verwendet Begriffe wie Toleranz, deren Bedeutung sie dann ins Gegenteil verkehrt." PS: Ich mußte ihn zwei mal lesen.
Politik nur für Minderheiten
Auch das noch: Die israelische Soziologin Eva Illouzhat geschrieben: "Der rechte Populismus floriert, weil die Welt der arbeitenden Schichten vom Konzernkapitalismus zerstört und von den kulturell fortschrittlichen Eliten entwertet wurde, nachdem diese ihre intellektuellen und politischen Energien seit den Achtzigerjahren auf sexuelle und kulturelle Minderheiten konzentrierten, was zu erbitterten culture wars führte."
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Im Berliner Friedrichstadtpalast sind die sechs Millionen AfD Wähler nun keine gern gesehenen Gäste mehr. Foto: Michael Fötsch -Wikipedia CC BY-SA 2.0