Holger Schellkopf, Chefredakteur von W&V meint, der Kampf um die Gunst der Kunden ist eine Kunst. Ja, das können wir bestätigen, wie viele andere auch. Wie das mit den "Fake News" angefangen hat, steht auf einem ganz anderem Blatt.
Die Medien haben ihren Teil dazu beigetragen, ohne Frage, und ob die Agenda "True Media" das wett machen kann, wird sich noch zeigen müssen.
Lieber Herr Böhmer,
Vorurteile können sehr bequem und auf diese Weise auch ganz hilfreich sein. Bestenfalls verkleidet man sie noch mit positiven Bezeichnungen wie Erfahrungswert oder begründete Annahme und schon muss man sich keine besonderen Gedanken mehr über unangenehme Sachen wie Veränderungen machen.
Blöd nur, wenn die Vorurteile, Erfahrungswerte oder begründeten Annahmen gar nicht so gut begründet sind, sondern sogar auf unzutreffenden Unterstellungen und falschen Behauptungen basieren.
Genau mit diesem Problem hat in der jüngeren Vergangenheit die Medienbranche zu kämpfen. Nicht nur in den USA plärren recht prominente Herrschaften sofort "Fake News", wenn etwas veröffentlicht wird, das ihnen nicht in den Kram passt.
Völlig unabhängig vom tatsächlichen Wahrheitsgehalt. Die Konsequenz aus solchen lautstarken Angriffen: irgendwie bleibt immer was hängen, das Misstrauen gegenüber klassischen Medien nimmt zu.
Die Medienkonzerne Axel Springer, Bauer Media Group, Gruner + Jahr, Funke Mediengruppe und Hubert Burda Media setzen dieser Entwicklung jetzt eine Agenda mit dem Titel "True Media" entgegen.
Nicht ganz zufällig unmittelbar vor der OWM-Fachtagung der wichtigsten Werbekunden. Es geht schließlich um den Wert der Glaubwürdigkeit und Ausgewogenheit journalistischer Medien sowie die Bedeutung von Vertrauen für die erfolgreiche Markenführung. Von Demokratie bis Werbewirkung.
Falsche Annahmen können auch an anderer Stelle unangenehm und ziemlich teuer werden, so man sie denn nicht rechtzeitig einer Prüfung unterzieht. Eine ganze Reihe von Marketing-Mythen bestehen den Test auf Wahrheitsgehalt nicht wirklich.
Das schöne alte Sprichwort "Drum prüfe, wer sich ewig bindet" gilt eben nicht nur, wenn es um Entscheidungen geht, die zumindest vermeintlich für alle Zeit wirksam sind.
Ihnen einen schönen Abend.
Holger Schellkopf
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Wie das mit den "Fake News" angefangen hat, steht auf einem ganz anderem Blatt. Foto: GFDK