Gesellschaft Freunde der Künste
Printvermarkter schneiden gut ab

Qualitätssteigerung bei Print - Selten ein Schaden ohne Nutzen

Frank Zimmer, Redaktionsleiter Online von W&V, hat uns gestern über ganz tolle Neuigkeiten aus der Online-Welt geschrieben. Von fünf bis sechs Tagen auf drei Stunden Lieferzeit, das will Ikea schaffen.

Und die Hamburger Otto-Gründung About You ist zu den Einhörner aufgestiegen, so nennt man Unternehmen oder besser gesagt Start Ups, die einen Wert von über einer Milliarde Dollar geschafft haben. Glückwunsch sagten wir.

Heute schreibt uns Holger Schellkopf, Chefredakteur von W&V, über den Erfolg der Printvermarkter, und das sich Google für das Geschäft mit Außenwerbung interessiert. Holger meint, da geht was.

Lieber Herr Böhmer,

wenn sich plötzlich Giganten wie Google oder noch recht junge Digital-Player wie Netflix sehr intensiv für einen Markt interessieren, dann darf man das durchaus als Botschaft verstehen. Kurz formuliert: Da geht was. Für das weite Feld der Außenwerbung gilt genau diese Feststellung.

Out-of-Home ist ein Wachstumsmarkt, der inzwischen eben auch Player anzieht, die man bisher dort eher nicht vermutet hätte. Umso wichtiger wird es für die etablierten Akteure sein, möglichst wenig Raum für neue Konkurrenten zu lassen.

Unser aktueller Vermarktercheckzeigt: Die Platzhirsche Ströer und Wall sind da ziemlich gut unterwegs, beide machen – man kann es nicht anders -sagen – eine richtig gute Figur.

Gleiches gilt, und das mag für manche etwas überraschend sein, sogar im besonderen Maße für die Vermarkter im Printgeschäft. Insgesamt liefert die Branche in diesem Feld eine mehr als durchschnittliche Leistung ab.

Das mag auch damit zu tun haben, dass gerade die Printvermarkter eben wesentlich intensiver um die Kundschaft kämpfen müssen, als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Der Druck von außen hat an dieser Stelle offensichtlich für Qualitätssteigerung gesorgt. Oder, um es mit einem alten Sprichwort zu sagen: Selten ein Schaden ohne Nutzen.

Wobei, es gibt auch Fälle, in denen zumindest auf den ersten Blick nur Schaden und wenig Nutzen zu erkennen ist. Die Sache mit Mesut Özil gehört gewiss in diese Kategorie. Gefühlt gibt es da nur Verlierer: den Fußball, die Fans (besonders die Jungen), den DFB, besonders Özil selbst und natürlich auch die Sponsoren.

Will man denn etwas Positives entdecken, dann ist das vielleicht gerade an dieser Stelle zu sehen. Die Tatsache, dass Adidas sich hinter den Sportler stellt, mit dem man schon den ein oder anderen Euro gemacht, verdient Anerkennung.

Die Tatsache, dass nach Özils Rücktritt nicht nur über das unangebrachte Bildchen mit Erdogan, sondern im besten Fall auch über tiefergehende Probleme diskutiert werden könnte, wäre ebenfalls ein Aspekt für die Nutzen-Seite.

Selbst wenn es, das muss ich an dieser Stelle auch als bekennender Fan des FC Bayern sagen, leider ziemliche Rückschläge in der Qualität der Diskussion gibt.

Gabor Steingart hat in seinem Morning Briefing zu Özil geschrieben. "Mesut Özil verlässt die deutsche Nationalmanschaft, heißt es heute in allen Zeitungen. Aber im Grunde war er schon vorher weg. Er und das Land, das er als Sportler vertrat, hatten sich nichts mehr zu sagen.

Unsere Werte waren nicht seine Werte. Die Werbung für den verkappten Diktator kam bereits einem Abmeldeantrag gleich. Die sportliche Bilanz von Özil bleibt beeindruckend, die kulturelle Bilanz muss uns verstören: Da hat einer das liberale Deutschland erst vertreten – und dann verraten."


In diesem Sinne einen diskussionsreichen Abend.

Holger Schellkopf

Wenn sie noch mehr Informationen über Content-Marketing, Storytelling, Digitale-Transformation, Influencer-Marketing, Produkt und Markenwelten sowie Geschichten und Informationen aus der Werbebranche erfahren wollen, besuchen sie unsere unserer Rubrik Marketing News hier erfahren sie ständig was die Werbe-Welt bewegt.

 


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