Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, berichtet darüber, das viele Unternehmen sich von Nordstream 2 abwenden.
Hallo Gottfried,
die Welt steht kopf. Der Krieg in der Ukraine hat uns längst erreicht. Wir leiden im Herzen mit den Menschen vor Ort, sind verängstigt und fassungslos.
Und die ersten Unternehmen reagieren bereits. Schalke 04 zieht das Gazprom-Trikot aus. Der Europa-Park Rust entfernt alle Logos und Hinweise auf den Sponsor Nordstream 2. Manchester United beendet die Partnerschaft mit der russischen Fluglinie Aeroflot.
Die Deutsche Telekom erklärt alle Anrufe in die Ukraine für kostenlos. Vodafone zieht nach.
Und dann ist da noch Edeka. Der Lebensmittelhändler postet eine ukrainische Flagge mit der Aufschrift „Freiheit ist ein Lebensmittel“. Häh?
Zur Impfkampagne hätte der Spruch – entsprechend adaptiert – gepasst. Aber in diesem Zusammenhang hilft er niemandem weiter. Klassisches Purpose-Washing, wenn ich den Begriff noch einmal strapazieren darf.
Das finden auch meine Kollegin Lena Herrmann und viele andere. Oder ist er nur Hilflosigkeit gepaart mit Ideenlosigkeit? Sonst ist Edeka ja eher dafür bekannt, den richtigen Ton zu treffen.
Zugegebenermaßen ist es in diesen Tagen nicht leicht, die passenden Worte zu finden. Weder offiziell noch privat. Aber vielleicht muss man das manchmal auch nicht.
Vielleicht sind wir einfach für eine Zeitlang ein bisschen leiser.
Ein friedliches Wochenende wünscht euch
Verena Gründel


Heißt nicht mehr "blue fire Megacoaster powered by Nord Stream 2": Die Achterbahn im Europa-Park Rust. Foto: Europa-Park Rust Screenshot



