Rolf Schröter, Chefredakteur bei W&V, hat heute zwei Geschichten über Nachhaltigkeit.
Lieber Herr Böhmer,
rund sieben Millionen Currywürste servierte 2019 die Volkswagenfleischerei, garniert mit mehr als 550 Tonnen Ketchup. Doch die Wurst hat nun ein Ende.
Zumindest im Wolfsburger Markenhochhaus. Dort verschwindet der berühmte Klassiker vom Speiseplan des Betriebsrestaurants.Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten sich vegetarische und vegane Alternativen gewünscht, heißt es.
Aber weil bekanntlich jede Wurst zwei Enden hat, ist dieses Ende auch nur ein Ende. In der Kantine auf der gegenüberliegenden Straßenseite wird die Currywurst weiterhin kredenzt.
Volkswagen begründet den Wurst-Schnitt auch damit, dass fleischloses Essen nachhaltiger sei. Dieses Argument hat Gewicht. Nachhaltigkeit hat zurzeit einen hohen Impact.
Deshalb ist auch Greta Thunbergs neuer Auftritt ein echter Coup.
Die junge Schwedin modelt auf dem Cover der Vogue Scandinavia – gemeinsam mit einem Pferd. Die 18-jährige Aktivistin nutzt die Gelegenheit, um auf Social Media mit der Mode-Industrie abzurechnen.
Diese trage „erheblich zum Klima- und Umweltnotfall bei, ganz zu schweigen von ihrem Einfluss auf die unzähligen Arbeiter und Gemeinschaften, die auf der ganzen Welt ausgebeutet werden, damit einige Fast Fashion genießen können, die viele als Wegwerfartikel behandeln“.
VW gegen Currywurst, Vogue gegen Fashion – das sind schon erstaunlich deutliche Zeichen. Es tut sich was!
Einen schönen Abend noch wünscht
Rolf Schröter


Greta Thunberg ziert das erste Cover der skandinavischen Vogue. Foto: Twitter @GretaThunberg/Vogue Scandinavia/Alexandrov Klum



