Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, hat heute viel zu erzählen, aber nicht nur gutes.
Lieber Herr Böhmer,
er war das R. Das R in LLR, in LukasLindemannRosinski. Bent Rosinski war stolzer Teil einer der bis zuletzt profiliertesten Kreativadressen des Landes.
Diese Adresse ist inzwischen Teil von Scholz & Friends, während Rosinski die Segel strich. Im Interview findet er schmerzende Worte für die Branche: Für Kreativagenturen, wie LLR eine war, sehe er im Grunde kein Geschäftsmodell mehr.
Schließlich werde alles immer technischer, daten-, performancegetriebener. Deshalb hat ihm die Arbeit am Ende keinen Spaß mehr gemacht.
Mein Kollege Conrad Breyer hat ein berührendes und ehrliches Gespräch mit ihm geführt.Eines, wie man es nur selten liest.
Ganz ohne tolle Kreationen geht es aber selbst in einer datengetriebenen Welt nicht. Dazu gehört auch, das richtige Testimonial für die eigene Marke zu finden. Klarna hat einen Volltreffer gelandet.
Für den neusten Spot hätte der Zahlungsdienstleister keinen besseren finden können als Riccardo Simonetti. Er fügt sich perfekt in das Markenbild ein – das so ganz anders ist als alle anderen Finanz- und Paymentanbieter.
Klarna schafft es, den Checkout zum coolsten Teil des Onlineshoppings zu machen. Und darum geht es: Bezahlen darf nicht lästig sein, sondern muss Spaß machen. Sonst versaut sich der Händler auf den letzten Klick die Customer Experience. Nicht aber mit Riccardo Simonetti.
Leider ist in der Werbung nicht alles rosa und plüschig. Vor allem Adtech-Unternehmen sorgen sich gerade: Google bekräftigt in einem Blogbeitrag noch einmal , künftig weder Third-Party-Cookies noch alternative Identifier für das User-Tracking unterstützen zu wollen.
Google hat gut reden. Für das eigene Geschäftsmodell ist der Konzern kaum auf Third-Party-Cookies angewiesen. Er hat also nichts zu verlieren.
Auf der anderen Seite muss sich erst noch herausstellen, inwieweit die Pläne tatsächlich ein Gewinn für den Datenschutz sind.
Denn Google und Datenschutz – das ist nicht wirklich glaubwürdig. Offen bleibt, warum Google die Nachricht gerade heute Nacht veröffentlichte, wo sie doch nichts Neues bietet.
Einen schönen Abend wünscht
Verena Gründel


Bent Rosinski, zuletzt Beratungsgeschäftsführer von Lukas Lindemann Rosinski, will in Zukunft lieber als Trainer und Markenberater arbeiten. Foto: Bent Rosinski



