Holger Schellkopf, Chefredakteur von W&V, schreibt mir zu einem Problem, dass es leider nicht nur in den Agenturen gibt. Ältere Mitarbeiter haben schlechte Chancen und es fehlt an Wertschätzung.
Und sollte man dann doch einen neuen Job finden, wird das Gehalt gedrückt. Das ist nach Meinung der GFDK Redaktion äußerst dumm von den Unternehmen, da die Älteren etwas haben, was unersetzlich ist, Erfahrung und nicht nur das.
Lieber Herr Böhmer,
es ist eine etwas eigentümliche Diskussion, aber sie bewegt die Branche sehr intensiv: es geht um die Agenturen und deren Umgang mit älteren Mitarbeitern, älteren Bewerbern - ja selbst Freelancern. In allen Bereichen beklagen die Älteren schlechte Chancen, geringe Wertschätzung.
Manfred Türk, Gründer der Agentur Neue Werbung aus dem Sauerland, erläutert dagegen in fünf Thesen, warum aus seiner Sicht Ältere vieles mitbrächten, was die Jungen heute vermissen ließen.
Das kann man natürlich so sehen, im Grunde darf es aber um jung oder alt genauso wenig gehen, wie um männlich oder weiblich, groß oder klein, weiß oder schwarz. Die Trainer-Legende Otto Rehagel hat viel Unsinn erzählt, aber manchmal auch wirklich sinnvolle Sachen gesagt.
Zu letzterer Kategorie gehört ganz sicher die Feststellung: „Es gibt keine jungen und alten Spieler, sondern nur gute und schlechte.“ Das gilt nicht nur für den Fußball, sondern auch im herkömmlichen Arbeitsleben.
Und um noch eine Analogie zum Sport zu bemühen: eine wirklich gute Mannschaft braucht verschiedene Charaktere, braucht Spieler mit unterschiedlichen Fähigkeiten. So ist es auch bei Unternehmen. Genau deshalb ist Diversität (ja, der Begriff wird sehr oft strapaziert) ein entscheidendes Erfolgskriterium und zwar weit über die Frage des Alters hinaus.
Klar ist aber auch: alle Mitarbeiter müssen in ihren Bereichen auf der Höhe der Zeit bleiben. Interessanterweise sieht es genau da teilweise ziemlich finster aus. Darauf deutet zumindest eine aktuelle Studie zum Thema Marketing-Technologien hin.
64 Prozent der dabei in Deutschland Befragten gaben an, dass ihre Mitarbeiter kein entsprechendes Training im Umgang mit solchen Technologien erhalten. Zukunftsfähigkeit sieht anders aus.
Statt sich an Themen wie Jugend vs. Alter abzuarbeiten, sollten Unternehmen (und Agenturen) sich lieber darum kümmern, diese eklatanten Lücke zu schließen.
Wenn wir schon beim Thema Technologie sind, dann zum Wochenende noch ein schneller Blick in die Welt der Tech-Giganten. Google und Samsung haben sich beeilt, noch vor der großen Apple-Show im September mit ein paar Neuigkeiten um die Ecke zu kommen. Eines ist jedenfalls sicher: der Herbst beschert Usern aller Fraktionen zahlreiche Neuerungen.
Holger SchellkopfHolger Schellkopf
Chefredakteur
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In allen Bereichen beklagen die Älteren schlechte Chancen geringe Wertschätzung. Manfred Türk von Neue Werbung. Foto: Neue Werbung