Verena Gründel, Chefredakteurin bei W&V, erzählt uns einen Schwang aus ihrem Leben.
Lieber Herr Böhmer,
im Deutschunterricht mussten wir einmal Gemälde beschreiben. Hinten ein Baum, daneben ein Haus, vorne eine Frau mit Hund. Laaangweilig.
Stellen Sie sich vor, sie würden sich die Beschreibungen von 284 solcher Bilder anhören. So ungefähr klingt der neue Ikea-Podcast.
Das Möbelhaus verwandelt seinen kürzlich eingestellten Katalog nämlich in ein Audioformat. Vier Stunden lang können sich Hardcore-Fans die Positionierung von Pax-Schränken in Wohnzimmern, Kinderzimmern und Schlafzimmern beschreiben lassen.
Ich vermute ja, dass der Podcast Teil der Kampagne Work-Life-Sleep-Balance ist. Für alle, die selbst auf der Morgedal-Matratze nicht einschlafen können.
Auch Aldi überrascht. Der Discounter hübscht sich auf für die junge, technikaffine und zahlungskräftige Zielgruppe: für Gamer. Die Kampagne für die neue Marke Aldi Gaming läuft bei Twitch, Instagram, YouTube und Facebook.
Und auch sonst hat sie nicht viel mit der früheren Aldi-Kommunikation zu tun. Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als die einzige Aldi-Werbung aus der Zeitungsanzeige mit den Aktionsangeboten vom Mittwoch bestand?
Ich auch nicht.
Apropos Twitch: Mindestens 10.000 Euro muss man hinblättern, wenn man eine Paid-Kampagne auf der Plattform schalten will.
Kein anderes Netzwerk setzt die Einstiegshürde so hoch. Was man auf den anderen Social-Media-Portalen für gerade mal 100 Euro Mediabudget bekommt, hat die Agentur Social Social in ihrer Studie über Marketing für soziale Organisationen untersucht.
Ganz konkret um Nachhaltigkeit geht es beim morgigen W&V Green Marketing Day. Einen ganzen Tag lang sprechen wir darüber, wie man zur Öko-Lovebrand wird.
Mit dabei sind unter anderem DariaDaria, Einhorn, Patagonia, L’Oréal und Telefonica. Und Sie? Ich würde mich freuen.
Einen schönen Abend wünscht
Verena Gründel


Aldi entwickelt sich zum Gaming-Spezialisten. Foto: Aldi



