Rolf Schröter, Ressortleiter Marketing bei W&V, meint Geld macht nicht glücklich.
Lieber Herr Böhmer,
ich verdiene mehr
Das wird sich manch einer von uns sagen, wenn er in die Gehaltstabelle von Xing schaut. Da sieht man zum Beispiel, was man ungefähr an Schotter bekäme, wäre man als Führungskraft in der Immobilienbranche tätig. Also quasi als Miethai statt als Kreativkarpfen.
Ich verdiene mehr – die Doppeldeutigkeit dieses Satzes zeigt das Dilemma. Der Mensch will wissen, was sein Nachbar bekommt. Nicht nur, weil er seinen Platz im sozialen Gefüge kennen will. Sondern auch, weil er glaubt, Geld sei ein Zeichen von Wertschätzung.
Pustekuchen - Geld braucht man. Aber Geld macht nicht glücklich. Auch das zeigt die Xing-Befragung. Mittlerweile legen die Human Resources angeblich "großen Wert darauf, dass der Job sinnstiftend ist und Erfüllung bringt".
Konkret: Die Hälfte der Befragten behauptet, sie würde auch dann "in einen neuen Job mit mehr Sinnhaftigkeit oder gesellschaftlicher Verantwortung wechseln", wenn sie weniger Geld verdienen würde.
Das wiederum erklärt einen aktuellen Mega-Trend. Kaum ein Unternehmen, das momentan nicht seinen "purpose" sucht wie weiland Parzival den Heiligen Gral. Dabei scheint der purpose eher ein Goldesel für die Arbeitgeber zu sein. Warum?
Der purpose ist eine einfache Story, die dazu führt, dass die raren High Potentials dem Kapitalisten die Bude einrennen und auch noch weniger verdienen wollen als bei der Konkurrenz – das ist doch wirklich zauberhaft.
Andererseits stimmt es ja: Kreativkarpfen zu sein ist deutlich attraktiver, sozialer und wertschöpfender als Miethai.
Da gibt es nur eine Lösung, purpose hin oder her: Kreative verdienen mehr.
Auf die Barrikaden, Ihr Wertschöpfer
Und ansonsten: Einen schönen Abend
Rolf Schröter


Pustekuchen - Geld braucht man. Aber Geld macht nicht glücklich. Foto: GFDK




