Im Zentrum der diesjährigen Kasseler Musiktage steht ein Oratorium, das bei seiner Uraufführung 1782 im Wiener Hofburgtheater Aufsehen erregte – und danach nahezu in Vergessenheit geriet:
„Isacco" von Marianna Martines. Es war das einzige Oratorium einer Frau, das an diesem renommierten Ort aufgeführt wurde.
Die Komponistin, Sängerin und Pianistin Marianna Martines erhielt ihre Ausbildung u.a. von Joseph Haydn und Johann Adolph Hasse und zählte zu bedeutendsten Persönlichkeiten des Wiener Musiklebens.
Den Text für „Isacco" auf die Erzählung im Alten Testament verfasste der berühmte Librettist Pietro Metastasio: Abraham erhält von Gott den Auftrag, seinen Sohn Isaak zu töten, was im allerletzten Moment durch einen Engel verhindert wird.
Martines' dramatisches Gespür zeigt sich in diesem Oratorium in virtuosen Arien und emotional packender Orchestermusik.
Die biblische Geschichte von Abrahams Opferprüfung wird so zum musikalischen Spiegel für Vertrauen, Angst, Gehorsam und Zweifel: Was bewegt uns, wenn vertraute Sicherheiten ins Wanken geraten?
Am Donnerstag, 29. Oktober, bringen das Staatsorchester Kassel unter Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis und das Heinrich-Schütz-Ensemble, beide regelmäßig bei den Kasseler Musiktagen zu erleben, das selten gespielte Werk in der Martinskirche zur Aufführung.
In der Hauptpartie des Isacco ist der Sopranist Dennis Orellana zu erleben, der im vergangenen Sommer bei den Salzburger Festspielen begeisterte.
Weitere Solist:innen sind u.a. der an den bedeutendsten Opernhäusern weltweit gefragte Bariton Christian Senn und die in Kassel bestens bekannte Sopranistin Ralitsa Ralinova.
In Kassel wurde auch die moderne Ausgabe des Werks verlegt: im Furore-Verlag, der sich seit 40 Jahren für die Musik von Komponistinnen stark macht.
Deutschlandfunk Kultur zeichnet die Aufführung am 29. Oktober auf, um sie zu einem späteren Zeitpunkt zu senden.
Mit: Dennis Orellana (Isacco), Christian Senn (Abramo), Ralitsa Ralinova (Sara), Sam Harris (Gamari), Anjela Spaic (Angelo)
Heinrich-Schütz-Ensemble, Einstudierung: KMD Eckhard Manz
Staatsorchester Kassel, Leitung: GMD Ainārs Rubiķis
Donnerstag, 29. Oktober, 20 Uhr, Martinskirche
Konzertbeginn ist um 20 Uhr, Karten sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, www.staatstheater-kassel.de, sowie bei den Kasseler Musiktagen unter Tel. (0561) 316 450 0, www.kasseler-musiktage.de.


Isacco - Staatsorchester Kassel mit GMD Ainārs Rubiķis (c) Sylwester Pawliczek



