Gesellschaft Freunde der Künste
Das Miese Geschäft mit der Inflation bei Lebensmitteln

„Gierflation“ - Ist die Inflation ein Vorwand für überzogene Lebensmittelpreise?

Laut dem Statistischen Bundesamt sind die Nahrungsmittelpreise zwischen Juli 2021 und Juli 2023 um 27,2 Prozent gestiegen − eine Steigerung, die die allgemeine Inflation deutlich übertrifft.

Damit sind Nahrungsmittel weiterhin der Preistreiber Nummer eins in Deutschland, und sie schmälern das verfügbare Einkommen vieler Menschen erheblich.

„Immer wieder nimmt die alte Dame die kleine Packung Hähnchenfilet aus der Tiefkühltruhe, schaut sie sich an, guckt dann ins Portemonnaie und stellt sie wieder zurück.

Mit 5,98 Euro verlangt der Discounter, der sich gern als besonders günstig anpreist, auch einen stolzen Preis. Das Produkt gab es vor wenigen Monaten noch für die Hälfte.

Doch für die Rentnerin ist der neue Preis zu hoch. Stattdessen geht sie drei Reihen weiter und greift zur Packung Spaghetti.“

„Gierflation“ heißt das Phänomen, bei dem Firmen deutlich mehr auf den Endpreis aufschlagen, als es die gestiegenen Kosten für Strom, Gas oder Vorprodukte rechtfertigen lassen.

Ein Marktcheck im Mai 2023 zeigt:

Bei 19 untersuchten Grundnahrungsmitteln in verschiedenen Filialen von vier Supermarkt- und Discounterketten in fünf Großstädten in NRW gab es Preisunterschiede von bis zu 400 Prozent.

Für Menschen mit geringem Einkommen oder ohne eigenes Einkommen sind die Preissteigerungen ein großes Problem. Der Bürgergeldsatz für Lebensmittel liegt pro Tag bei etwa 5,75 Euro.

Mit Hartz IV waren es 5,20 Euro. Das reicht nicht für eine gesunde Ernährung. Daher sollte die Politik aus Sicht der Verbraucherzentralen dringend handeln.

Immerhin 16 Prozent der Menschen in Deutschland gelten laut Paritätischem Wohlfahrtsverband als arm. Und immer mehr Menschen sind von Ernährungsarmut betroffen und können sich nicht mehr ausreichend ernähren.

Verbraucherzentralen fordern deshalb:

  • eine deutliche Anhebung der Regelbedarfe des Bürgergeldes, so dass auch bei hohen Lebensmittelpreisen eine gesunde Ernährung möglich ist,

  • Sonderzahlungen für Menschen mit niedrigem Einkommen, niedriger Rente und Bezieher von Grundsicherung,

  • die Anpassung der Berechnungsgrundlage des Bürgergeldes, so dass realistische Kosten für eine Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zugrunde gelegt werden,

  • eine Beitragsreduzierung oder -befreiung für die Gemeinschaftsverpflegung in Kitas, Schulen, Hochschulen bzw. für Geringverdiener in Unternehmen, öffentlichem Dienst und sozialen Einrichtungen,

  • eine Null-Mehrwertsteuer bei Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten,

  • eine Unterstützung der Einrichtungen, die Mahlzeiten für Obdachlose anbieten.

- Inflationsausgleich für Beamte und Pensionäre – Rentner gehen leer aus

Der Bundestag hat die Anpassung der Besoldung für Staatsdiener beschlossen. Anders als Rentner erhalten Pensionäre eine hohe Sonderzahlung.

Ein großer Unterschied ist, dass der Abschluss auch für pensionierte Beamte gilt. Sie erhalten, anders als Rentner, in den nächsten Monaten ebenfalls eine hohe Sonderzahlung.

Der Grund dafür ist, dass diese in einem anderen Versorgungssystem als der Rentenkasse sind und deshalb für die Prämie berechtigt sind.

Sozialverbände bemängeln das Vorgehen der Regierung und zeigen sich äußerst unzufrieden. Sie fordern, dass eine Inflationsprämie für Rentner unumgänglich ist, vor allem für die mit einer niedrigen Rente.

„Wer nur von einer kleinen Rente lebt, hält eine Inflationsprämie für Pensionäre des Bundes für absolut unangemessen“, kritisierte die VdK-Präsidentin Verena Bentele im Sommer.

Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) bezeichnet die angestrebte Regelung als „höchst ungerecht“ und macht nun angesichts der Beratungen noch einmal Druck.

Doch was sagt die Politik zu diesen Forderungen und dem wachsenden Druck, der nicht abreißt, auch eine Inflationsprämie an Rentner auszuzahlen? „Na ja, rechnen Sie mal die Anzahl der Rentner mal 3000 Euro.

Dann setzen Sie sich ganz langsam hin. Das ist eine ziemliche Summe Geld“, antwortete Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) bereits vor einiger Zeit auf die Frage eines Bürgers, ob der Inflationsausgleich auch für Rentner vorgesehen sei.

Zwar werden die Renten im Juli nun auch erhöht, doch die Anpassung mit einem Plus von 4,39 Prozent (West) bzw. 5,86 Prozent (Ost) gleicht die Mehrbelastung durch die Inflation nicht aus.


Die aktuellen Forderungen zur Finanzpolitik von www.aufstehen.de

  • Energiekostendeckelung erneuern

  • Sanktionen gegen Russland stoppen und die Energieimport aus Russland wieder aufnehmen,

  • Mietendeckelung und sozialen Wohnungsbau finanzieren,

  • Corona-bedingte Senkung der Mehrwertsteuer auf sieben Prozent in der Gastronomie beibehalten,

  • weg mit der Mehrwertsteuer für Lebensmittel,

  • Übergewinnsteuer für Unternehmen einführen

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