Gesellschaft Freunde der Künste
Correggio – Berührend menschlich

Ein Agent der Verweltlichung war Antonio Allegri, genannt Correggio - Renaissance-Malerei, die einfach Freude macht

Ein Agent der Verweltlichung war hingegen Antonio Allegri, genannt Correggio (1489-1534): Er stellte menschliche Gefühlsregungen so anschaulich und anrührend dar wie kein anderer Maler seiner Epoche.

Da er früh starb, ist das erhaltene Werk von ihm recht schmal

Die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden versammelt nun ein Drittel aller bekannten Gemälde zur großartigen Retrospektive: "Correggio - Berührend menschlich".

Renaissance-Malerei, die einfach Freude macht: Antonio Allegri, genannt Correggio, hielt wie kein zweiter Gefühlsregungen auf Gemälden fest, von Ausgelassenheit über Zuneigung bis Erotik.

Ihm widmet die Gemäldegalerie die erste Retrospektive außerhalb Italiens – ein Defilee grandioser Meisterwerke.

Einfach lächeln, unbeschwert lachen, verzückt schmachten oder sich sehnen: An Gefühlen spart die Kunst von Antonio da Correggio (1489-1534) nicht.

Im frühen 16. Jahrhundert war das in solcher Intensität neu und zukunftsweisend.

Diese Werkschau des oberitalienischen Malers lässt kaum einen Wunsch offen – abgesehen von der vielleicht erotischsten Szene, die er je schuf: das Bild der Io im Kunsthistorischen Museum Wien wurde nicht nach Dresden ausgeliehen.

Schade: Sie wird von Jupiter in Gestalt einer Wolke umfangen und genießt das in vollen Zügen. Nie zuvor hatte ein Maler Erotisches derart anschaulich und anregend ins Bild gerückt.

Obwohl es in der italienischen Druckgrafik um 1500 einen regelrechten Boom freizügiger Szenen gab: Dafür lieferten Themen der antiken Mythologie den Vorwand, insbesondere die Liebschaften des Göttervaters und notorischen Schürzenjägers.

Intellekt, Kunst + Sinnlichkeit

Seine unerschöpfliche Potenz lieferte zugleich ein Sinnbild männlicher Fürstenmacht, das auch politisch aufgefasst werden konnte.

Intellektueller Diskurs, künstlerischer Anspruch und visueller Genuss von Schlüpfrigem schlossen sich keineswegs aus.

Im Gegenteil: Die humanistisch gebildete Elite an den Höfen von Ferrara, Mantua oder Modena wetteiferte um die pikantesten Malereien.

Kunst+Film-Redaktion

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