Dagegen führt Regisseur Volker Schlöndorff vor, wie man es besser nicht macht. Im 21. Spielfilm seiner 60-jährigen Laufbahn adaptiert er einen 2007 erschienenen Roman von Jenny Erpenbeck.
"Heimsuchung - Eine Jahrhundertgeschichte" will, wie der Titel nahelegt, die gewaltgesättigte Geschichte des 20. Jahrhunderts am Beispiel der wechselnden Bewohner eines Landhauses am See in Brandenburg erzählen, bleibt aber in einer braven Aneinanderreihung von Episoden mit hölzernen Charakteren stecken.
Auf märkischen Sand gebaut:
Die Verfilmung des autofiktionalen Romans von Jenny Erpenbeck durch Regisseur Volker Schlöndorff gerät dem Routinier so werkgetreu wie holzschnittartig. Namhafte Schauspieler werden dabei in namenlosen Rollen zu Karikaturen verzerrt.
Ein Haus sei wie eine dritte Haut, doziert Lars Eidinger als namenloser Architekt: „Es muss ganz und gar seinen Bewohnern dienen.“
Es eignet sich aber auch als Bühne, auf der sich viele Wechselfälle in 100 Jahren Geschichte en miniature aufführen lassen.
Nicht weniger nimmt sich „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ vor; es ist der 21. abendfüllende Spielfilm von Regisseur Volker Schlöndorff.
Die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Jenny Erpenbeck beginnt damit, dass in den 1920er Jahren ein brandenburgischer Großbauer (Detlev Buck) seine älteste Tochter enterbt.
Ihr hat er zunächst in Ermangelung eines männlichen Stammhalters die Parzelle am See versprochen; dann aber wird sie schwanger, ohne verheiratet zu sein.
Gutes Leben im Haus am See
Das darf nicht ungestraft bleiben.
So wird das Grundstück geteilt und an einen jüdischen Tuchfabrikanten (Ulrich Matthes) und den eingangs erwähnten Architekten verkauft, derweil die Tochter sich im See ertränkt.
Der Architekt baut für sich und seine Frau (Susanne Wolff) ein geräumiges Holzhaus mit großen Fenstern, in dem sie fortan auf großem Fuß leben, während auf der Nachbar-Parzelle ein Badehaus entsteht.
Bewohner gehen, Bewohner kommen
Als die Familie des Tuchhändlers einige Jahre später Geld benötigt, um vor dem Terror der Nazis ins Ausland zu fliehen, nutzt der Architekt die Gelegenheit und kauft das Badehaus für einen Bruchteil seines Wertes dazu.
Die Flucht der Tuchhändler-Familie misslingt – doch auch den Architekten und seine Frau verlässt schließlich das Glück.
Kunst+Film-Redaktion
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Die Frau des Architekten (Susanne Wolff) und der Architekt (Lars Edinger). Foto: ©STUDIOCANAL / Ziegler Film
Die Familie der Schriftstellerin findet ein neues Zuhause, v.l.n.r.: Vera Weisbrod, die Schriftstellerin (Martina Gedeck), ihr Mann (Michael Maertens) und die Enkelin (Maria Matschke-Engel) Foto: ©STUDIOCANAL / Ziegler Film
Nachbarn, die in zwei Welten leben: der Tuchfabrikant (Ulrich Matthes) und der Architekt (Lars Edinger). Foto: ©STUDIOCANAL / Ziegler Film



