Seinerzeit neue Marketing-Methoden dachten sich 90 abstrakte Künstlern ab 1931 in Paris aus: wie Muster-Kataloge gestaltete Almanache oder einen Kunst-Showroom mit Ausstellungen, die alle 14 Tage wechselten.
So weckte die Gruppe mehr Interesse und Verständnis für ungegenständliche Werke. Ihr folgenreiches Agieren beleuchtet das Arp Museum in Remagen mit "Netzwerk Paris – Abstraction-Création 1931–1937" - zum ersten Mal seit 1978.
Die Erfindung der Selbstvermarktung: Um gegen den Surrealismus zu bestehen, gründeten ungegenständlich arbeitende Künstler 1931 in Paris eine Avantgarde-Gruppe, die sehr aktiv und einflussreich werden sollte.
Ihr facettenreiches Wirken stellt das Arp Museum umfassend vor – zum ersten Mal seit 47 Jahren.
Wir schreiben das Jahr 1931. Ganz Paris, soweit es sich für Gegenwartskunst interessiert, wird von den Surrealisten beherrscht… Ganz Paris? Nein.
Eine von unbeugsam nicht-figurativ arbeitenden Künstlern bevölkerte Vereinigung hört nicht auf, der Übermacht Widerstand zu leisten.
Die Gruppe „Abstraction-Création“ sollte nur sechs Jahre bestehen, aber sehr einflussreich werden – vor allem nach der Auflösung.
Nun wird das Spektrum ihres Schaffens in Remagen in seiner ganzen Vielfalt vorgestellt; in der ersten Retrospektive seit 1978.
Warum im Arp Museum? Weil die Hausheiligen Hans Arp (1886-1966) und Sophie Taeuber-Arp (1889-1943) zu den Gründungsmitgliedern von „Abstraction-Création“ zählten und aktiv daran mitwirkten, bis sie die Vereinigung 1934 im Streit verließen.
Solche Konflikte waren nicht ungewöhnlich: Wie die Politik jener Epoche war auch die zeitgenössische Kunstszene von scharfen, ideologisch begründeten Rivalitäten geprägt.
Viele ihrer Zirkel wie etwa die Vorläufer-Gruppe „Cercle et Carré“ waren daher nur kurzlebig.
Jedem Künstler sein -Ismus
Abstrakte Kunst, Konkrete Kunst, konstruktive Kunst, Konstruktivismus, Neoplastizismus, Elementarismus, geometrische Abstraktion:
Es schien fast, als folgte jeder Künstler seiner eigenen Dogmatik und begründete dafür einen „-Ismus“ als Markenzeichen.
Obwohl all diese Adepten ungegenständlicher Ansätze eines verband: ihre rigorose Ablehnung alles Bisherigen für die Gestaltung einer neuen Gesellschaft.
Kunst+Film-Redaktion
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Jean Gorin, Construction plastique architecturale n° 29, 1934, Musée de Grenoble, Foto: Ville de Grenoble / Musée de Grenoble – N.Pianfetti. Fotoquelle: Arp Museum
Paule Vézelay, Collection of Objects on a Blue Table, 1934, Estate of Paule Vézelay, courtesy England & Co Gallery, London. Fotoquelle: Arp Museum



