Museen, die eine Rembrandt-Ausstellung ausrichten, brauchen keine aufwändige Inszenierung: Die Besucher-Massen strömen in jedem Fall.
Das Schloss Wilhelmshöhe in Kassel und das Herzogliche Museum in Gotha stemmen gemeinsam "Rembrandt 1632 - Entstehung einer Marke".
Die Schau konzentriert sich auf den Umzug des Künstler nach Amsterdam, wo er schlagartig Erfolg hatte - und zeigt: welche Bilder er eigenhändig anfertigte, bleibt umstritten.
Das Jahr, in dem der Maler durchstartete: Nach seinem Umzug nach Amsterdam stieg Rembrandt zum gefragten Großkünstler auf.
Das zeichnen Schloss Wilhelmshöhe und Herzogliches Museum nach, wobei deutlich wird: Welche Bilder tatsächlich von ihm selbst angefertigt wurden, wird wohl stets umstritten bleiben.
Es ist schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem:
Diese Einsicht aus Wissenschaft und Politik trifft auch auf den Kunstbetrieb zu. Insbesondere auf ein Genie wie Rembrandt Harmensz van Rijn (1606-1669), der zu den am besten erforschten Künstlern aller Epochen zählt.
Und zugleich zu den populärsten Zugpferden im Ausstellungszirkus: Eine Rembrandt-Schau garantiert jedem Museum volle Säle.
Da lohnt, der langen Kette von Rembrandt-Ausstellungen eine weitere hinzuzufügen – und dafür einen Anlass oder Aspekt zu betonen, der tatsächlich oder vermeintlich noch nicht gebührend berücksichtigt worden ist.
Manchen Häusern gelingt das mit Erfolg: Das Kölner Wallraf-Richartz-Museum inszenierte 2019 eine Art Quasi-Drama in fünf Akten mit Prolog und Epilog zu Rembrandts 350. Todestag.
Das Frankfurter Städel Museum beleuchtete 2021 anschaulich, wie sich der Neuankömmling Rembrandt in Amsterdam als Großkünstler etablierte.
Nur ein einziges Schaffens-Jahr
Doch Themen-Schauen rund um Rembrandt können auch scheitern. Beim Versuch, seinen Einfluss auf Schüler und Zeitgenossen dingfest zu machen, verzettelte sich 2024 das Leipziger Museum der bildenden Künste arg.
Nun wählt der Museumsverbund „Hessen Kassel Heritage“ für seine Ausstellung im Schloss Wilhelmshöhe einen bescheideneren Ansatz:
„Rembrandt 1632“ nimmt nur ein Jahr seines Schaffens unter die Lupe – dasjenige nach seiner Übersiedlung aus seiner Geburtsstadt Leiden nach Amsterdam.
Wo er rasch Ansehen und Auftraggeber gewann, was die Macher in etwas deplatziertem Business-Deutsch als „Entstehung einer Marke“ etikettieren.
Kunst+Film-Redaktion
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Rembrandt Harmensz. van Rijn: David spielt die Harfe vor Saul, ca. 1630–1631, Städel Museum, Frankfurt am Main, Öl auf Eichenholz. Fotoquelle: © Hessen Kassel Heritage
Rembrandt Harmensz. van Rijn: Selbstbildnis, um 1628, Rijksmuseum Amsterdam, Öl auf Holz. Fotoquelle: © Hessen Kassel Heritage



