Weltpremiere im Rahmen der Berlinale 2025: DAS DEUTSCHE VOLK im Berlinale Special
Der Dokumentarfilm DAS DEUTSCHE VOLK von Regisseur Marcin Wierzchowski feiert am 18. Februar 2025 seine Weltpremiere auf der Berlinale in der Sektion Berlinale Special – einen Tag vor dem fünften Jahrestag des rassistischen Anschlags von Hanau, den der Film eindrücklich porträtiert.
Die Premiere findet in Anwesenheit des Regisseurs sowie Angehöriger der Opfer statt.
Zudem wurde DAS DEUTSCHE VOLK für den renommierten Berlinale Documentary Award nominiert, der mit 40.000 Euro dotiert ist und herausragende dokumentarische Arbeiten auszeichnet.
Vier Jahre lang begleitete Wierzchowski Überlebende und Hinterbliebene der Tat, die am 19. Februar 2020 neun junge Menschen aus dem Leben riss.
DAS DEUTSCHE VOLK erzählt von ihrem Schmerz, ihrer Wut und ihrem unermüdlichen Kampf um Aufklärung und Gerechtigkeit.
Der Film macht nicht nur die individuellen Schicksale sichtbar, sondern stellt auch drängende gesellschaftliche Fragen: Wer gehört zu Deutschland – und wer nicht?
In der Nacht des 19. Februar 2020 reißt ein rassistischer Anschlag in Hanau neun junge Men- schen aus dem Leben. Ein ganz normaler Abend endet in einem Alptraum – für ihre Familien, ihre Freund*innen und eine ganze Stadt.
DAS DEUTSCHE VOLK erzählt die Geschichte dieses Verbrechens aus der Perspektive der Hinterbliebenen und Überlebenden.
Es geht um Schmerz, Wut und den langen Schatten, den eine solche Tat wirft. Welche direkten und langfristigen Folgen hat der Anschlag für die Menschen – und für Hanau? Und was sagt er über Deutschland aus?
Vier Jahre lang begleitet Regisseur Marcin Wierzchowski die Angehörigen auf ihrem Weg durch Trauer und Verlust.
Er dokumentiert ihren Kampf um Gerechtigkeit, ihre Forderung nach Anerkennung und ihre Entschlossenheit, nicht als Bürger:innen zweiter Klasse behandelt zu werden.
Sie machen den strukturellen Rassismus sichtbar, der sich nicht nur in der Tat selbst, sondern auch in dem Umgang der Behörden mit ihnen zeigt.
Während Politiker nach den richtigen Worten suchen und viele Fragen zur Tat unbeantwortet bleiben, übernehmen die Hinterbliebenen selbst die Aufklärung.
Gemeinsam rekonstruieren sie die Nacht des Anschlags, stellen sich gegen das Vergessen und fordern Konsequenzen.
Je mehr Zeit vergeht, desto leiser wird die öffentliche Aufmerksamkeit. Doch die Familien kämpfen weiter; für Gerechtigkeit und für die Erinnerung an die Ermordeten.
DAS DEUSTCHE VOLK stellt die aktuell wieder drängende Frage: Wer gehört zu Deutschland und wer nicht?
Regisseur Marcin Wierzchowski über seiner Motivation für den Film:
"Ich selbst wurde in Polen geboren und habe als Kind Rassismus erlebt. Die Frage, warum Menschen sich über andere Menschen stellen, beschäftigt mich schon mein Leben lang.
Meine persönliche Familiengeschichte ist geprägt von der Zeit des Nationalsozialismus.
Teile der Familie wurden von den Nazis ermordet, als Zwangsarbeiter verschleppt und lebten unter dem Terror der Besatzer.
Die Polen waren in der Ideologie des NS-Untermenschen, etwas davon bleibt immer zurück.
Auf beiden Seiten. Nach dem Anschlag am 19. Februar 2020 begann ich sofort mit den Dreharbeiten. Schnell lernte ich Angehörige der Opfer und Überlebende des Anschlags kennen.
Zur gleichen Zeit trat der erste Corona-Lockdown in Kraft, die meisten Journalist:innen verließen die Stadt. Ich blieb während des gesamten Lockdowns in Hanau.
Die Angehörigen trafen sich regelmäßig in einem kleinen Laden und so konnte ich ihr Vertrauen und sie als Protagonist:innen für meinen Film gewinnen.
Fast fünf Jahre lang begleitete ich die Angehörigen und Überlebenden mit und ohne Kamera und habe die schwersten Phasen der Trauer miterlebt.
So konnte ich über einen langen Zeitraum beobachten, welche Auswirkungen ein solcher Anschlag auf die Hinterbliebenen, Überlebenden und eine Stadt wie Hanau hat und was es in letzter Konsequenz bedeutet, wenn Menschen sich über andere Menschen stellen."


DAS DEUTSCHE VOLK von Marcin Wierzchowski © milk&water strandfilm



