Noch eine Dialog-Orgie, allerdings vom wohl größten Dramatiker aller Zeiten. Shakespeares Metzel-Tragödie "Richard III." verlegt Regisseur Burhan Qurbani ins arabische Clan-Milieu und besetzt alle Hauptrollen mit Frauen.
"Kein Tier. So wild." hätte eine spannende Aktualisierung werden können, wäre der Film nicht mit aufdringlicher Symbolik und Bedeutungshuberei völlig überfrachtet.
(Kinostart: 8.5.) Monarchen-Gemetzel in Neukölln-Nord: Regisseur Burhan Qurbani verlegt Shakespeares blutigste Tragödie „Richard III.“ ins arabische Clan-Milieu.
Obwohl die Vorlage für ein mitreißendes Drama garantieren sollte, treiben Überfrachtung und Wichtigtuerei dem Film jedes Leben aus.
Ein Stück zur Zeit: Im Angesicht der heutigen Kriege und Flüchtlingsströme verfilmt Regisseur Burhan Qurbani das blutigste Drama von Shakespeare, „Richard III.“, als Neuköllner Oper ohne Gesang.
In seiner Version werden die Häuser York und Lancaster aus der Vorlage zu konkurrierenden arabischen Clan-Familien. Zudem sind alle Hauptrollen mit Frauen besetzt.
In der Vorgeschichte inszeniert Qurbani mit wuchtigen Bildern die traumatisierende Kindheitserfahrung, welche die Protagonistin Rashida (Kenda Hmeidan) erlitten hat – und stellt damit klar, was er mit seinem Film vorhat.
Wie bereits in „Wir sind jung. Wir sind stark.“ (2014) benutzt er reale Schrecken, um seine Charaktere aufzuladen.
Musste damals das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen 1992 als Kulisse für einen Reigen von Coming-of-Age-Dramoletten herhalten, beginnt nun das Geschehen mit der Bombardierung eines Dorfes im kargen Hochland – es beendet brutal das Spielen von vier Mädchen.
Anwältin ermordet Gegenseite
Etliche Jahre später ist der Krieg von zwei Familienbanden in Berlin blutig eskaliert.
Im Gerichtssaal verteidigt die inzwischen erwachsene Rashida, jüngste Tochter und Anwältin der Yorks, ihren Bruder Ghazi, der wegen Mordes angeklagt ist.
Während ihres Plädoyers kommt es zu Tumulten – daraufhin tötet Rashida in der Vorhalle des Gerichts die Bosse der Lancasters.


Rashida York (Kenda Hmeidan), Mishal (Hiam Abbass) und Elisabet York (Verena Altenberger). Foto: Port au Prince Pictures
Die siegreichen Yorks nach dem Gerichtstermin - Imad (Mehdi Nebbou), Rashida (Kenda Hmeidan) und Mishal (Hiam Abbass). Foto: Port au Prince Pictures
Rashida York (Kenda Hmeidan). Foto: Port au Prince Pictures



