Fernwandern „macht etwas mit einem“. Nicht erst seit Bestsellern oder Reiseblogbeiträgen über E5 und Co. wissen das alle, die sich bereits selbst auf ein solches Abenteuer eingelassen haben.
Beim kontinuierlichen Laufen durch ungezähmte Natur bauen sich Stresshormone ab, ein längst vergessen geglaubtes Freiheitsgefühl lässt die Gedanken fliegen.
Der Lechweg führt entlang eines der letzten Wildflüsse Europas von dessen Quelle am Arlberg über das Tiroler Lechtal bis nach Füssen im Allgäu.
Auf den 125 Kilometern zwischen Österreich und Deutschland kommen Absolventen in der Regel nicht an ihre physischen Limits, sich selbst aber auf jeden Fall ein Stück näher.
So weit, so gut
Unterschiedliche Studien*, Mediziner und Therapeuten sind sich einig: Bereits eine mehrstündige Wanderung verbessert die psychische Gesundheit.
Hinterher steigen Stimmung und Gelassenheit signifikant an, negative Gefühle wie Antriebslosigkeit oder Angst sinken markant.
Diese positiven Effekte resultieren aus einem reduzierten Spiegel des Stresshormons Cortisol. Das stattdessen – unter anderem durch Tageslicht – ausgeschüttete Serotonin lässt Wissenschaftler gar so weit gehen zu konstatieren, dass Wandern gegen Depressionen helfen kann.
Dabei gilt: Je mehr und vor allem länger Probanden in der Natur unterwegs sind, desto intensiver die Wirkung. Demnach zeigten sich 82,7 Prozent nach ihrer Tour glücklicher und zufriedener, 73,8 Prozent seelisch ausgeglichener.
Je schöner, desto besser
Interessantes Detail aus den Forschungsergebnissen: Bei mehrstündigen Alpintouren stellt sich die gemessene Herzfrequenz zwar höher dar als in Vergleichsgruppen auf dem Laufband, wird aber von den Testpersonen nicht als herausfordernder empfunden.
Eine subjektiv als attraktiv empfundene Landschaft lenkt beim Bergwandern also offensichtlich von der körperlichen Anstrengung ab und ist somit die perfekte Umgebung, um Alltagssorgen hinter sich zu lassen, Klarheit zu gewinnen sowie neue Perspektiven zu entwickeln.


Nur Du, ich und die Natur: Auf dem 125 Kilometer langen Lechweg zwischen Deutschland und Österreich gibt es zahllose Momente zum Innehalten, darunter der Formarinsee bei Lech am Arlberg zu Beginn der Weitwanderstrecke. © Verein Lechweg/Fabian Heinz



