Wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, zieht die Musik auch abseits der großen Opernhäuser in Kirchen und auf öffentliche Plätze ein.
Tief verwurzelt in der tschechischen Weihnachtstradition ist die „Böhmische Hirtenmesse“ von Jan Jakub Ryba.
Das Werk erklingt in der Advents- und Weihnachtszeit landesweit, darunter in zahlreichen Prager Kirchen sowie bei Aufführungen unter freiem Himmel, etwa auf der Moldau-Insel Kampa.
Auch rund um den Jahreswechsel setzen Neujahrskonzerte in Prag und Brünn die musikalische Tradition fort.
Wolfgang Amadeus Mozart: Eine besondere Verbindung zu Prag
Nicht nur tschechische Komponisten fanden zwischen Böhmen und Mähren Inspiration. Auch Wolfgang Amadeus Mozart reiste mehrfach durch die Region und pflegte eine spezielle Beziehung zu Prag.
Das Publikum der Stadt feierte seine Oper „Die Hochzeit des Figaro“ und Mozart kehrte wiederholt zurück. In der Villa Bertramka, damals umgeben von Weinbergen, arbeitete er an der Partitur seiner Oper „Don Giovanni“.
Am 29. Oktober 1787 hatte die Oper ihre Welturaufführung im Prager Ständetheater, die Mozart selbst dirigierte. 240 Jahre später wird die Oper dort weiterhin aufgeführt.
Doch Mozarts tschechische Geschichte begann bereits früher. Im Herbst 1767 suchte seine Familie in Olmütz Schutz vor einer Pockenepidemie.
Während seiner Genesung komponierte der damals Elfjährige unter anderem eine Sinfonie. Auf der Rückreise nach Wien machte die Familie in Brünn Station, wo Mozart im heutigen Reduta-Theater auftrat.
Eine ungewöhnliche Statue auf dem Kohlmarkt erinnert noch heute an den jungen Komponisten.
Der internationale Klavierwettbewerb „Amadeus Brno“ führt sein musikalisches Erbe in der Stadt fort. In Prag wurde im April 2026 ein interaktives Mozart-Museum eröffnet.


Die „Böhmische Hirtenmesse“ gehört zur Tradition einer jeden tschechischen Weihnacht. © Petra Hajska/Prague Symphony Orchestra



