Gesellschaft Freunde der Künste
Tschechien: Ehrengast der Frankfurter Buchmesse

Tschechien - Wenn Autoren zu Reisebegleitern werden - Drei Frauen, drei literarische Landkarten

Brünn, die zweitgrößte Stadt Tschechiens, ist der Geburtsort zweier weiterer bedeutender tschechischer Schriftsteller: Bohumil Hrabal (1914–1997) und Milan Kundera (1929–2023).

Hrabals Bücher finden weltweit Anklang und dienten als Vorlage für einige Verfilmungen. In der Siedlung Kersko in Mittelböhmen verbrachte er mit seiner Frau Eliška viel Zeit in ihrem Wochenendhaus, dessen Umgebung immer wieder in seinen Geschichten vorkommt und heute ein Museum ist.

Auch Milan Kunderas Werke wie „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ zählen zu den meistgelesenen Büchern der modernen europäischen Literatur. 2023 wurde in Brünn die Milan-Kundera-Bibliothek eröffnet.

Weiter hinaus aus den größeren Städten führen die Geschichten von Autor Jaroslav Rudiš (u. a. „Winterbergs letzte Reise“), der sein Heimatland auch bei der Frankfurter Buchmesse 2026 repräsentiert.

Seine Erzählungen spielen unter anderem im Böhmischen Paradies oder in Liberec.

In „Gebrauchsanweisung für Bier“ und „Gebrauchsanweisung fürs Zugreisen“ verbindet der zweisprachige Autor, der zwischen seiner Wahlheimat Berlin und Böhmen pendelt, seine Leidenschaft für Bier und Eisenbahnen.

Besonders eindrücklich lassen sich seine Geschichten daher vom Zugfenster aus erleben.

Kateřina Tučková, Alena Mornštajnová und Markéta Pilátová zählen zu den prägendsten Stimmen der tschechischen Gegenwartsliteratur und sind ebenfalls bei der Frankfurter Buchmesse 2026 vertreten.

Ihre Herkunft aus Mähren eint sie ebenso wie die enge Verbindung ihrer Werke zu den Landschaften und Städten dieser Region.

Sie zeigen ein literarisches Tschechien, das weit über Prag hinausreicht und seine Geschichten in Städten, Bergen, Grenzregionen und Landschaften findet.

Tučková erzählt in ihren Büchern von Brünn, den Weißen Karpaten sowie dem Reichensteiner Gebirge und kehrt selbst immer wieder an die Orte zurück, die ihre Romane inspirierten.

Mornštajnová, eine der meistgelesenen Autorinnen Tschechiens, ist eng mit ihrer Heimatstadt Valašské Meziříčí und der Landschaft der Walachei verbunden, die auch in ihrem Roman „Hana“ eine zentrale Rolle spielt.

Pilátová wiederum verbindet ihre Erfahrungen aus zwölf Jahren in Argentinien und Brasilien mit ihrer Verbundenheit zu den tschechischen Bergen. Zu ihren literarischen Orten gehören das Alvatergebirge, Velké Losiny und die UNESCO-Städte Krooměříž und Litomyšl.


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