Gesellschaft Freunde der Künste
Ein Perspektivwechsel

Tschechien - Aussicht mit Folklore: Zwischen Holzhäusern und Berggöttern auf den Pustevny

Weiter östlich wechselt die Kulisse: Statt Großstadtdächern ziehen sich dichte Wälder über die Hänge, am Horizont staffeln sich die Gipfel der Beskiden.

Die Pustevny gehören zu jenen Orten, an denen Landschaft, Architektur und mährische Tradition eine besonders eigenwillige Verbindung eingehen.

Schon die Fahrt hinauf erzählt Geschichte: 1940 nahm ein Sessellift seinen Betrieb auf und begründete eine der ältesten Seilbahn-Traditionen Europas.

Heute führt die Bahn von Trojanovice hinauf auf über 1.000 Meter Höhe. Oben stehlen zunächst zwei Gebäude dem Bergpanorama die Schau: Maměnka und Libušín.

Der slowakische Architekt Dušan Jurkovič entwarf die farbenprächtigen Holzbauten Ende des 19. Jahrhunderts und verband Jugendstil mit Elementen traditioneller walachischer Volksarchitektur.

Mit ihren geschnitzten Details und kräftigen Farben wirken sie beinahe wie überdimensionale Puppenhäuser.
 
Von dort führt der Weg durch die Berglandschaft weiter zum sagenumwobenen Radegast.

Rund eine halbe Stunde Fußweg trennt Pustevny von der steinernen Statue des slawischen Gottes der Gastfreundschaft, Fruchtbarkeit und Ernte.

Wer noch einmal etwa 30 Minuten weiterwandert, erreicht den Radhošť auf 1.129 Metern. Auf seinem Gipfel treffen heidnische Legenden auf christliche Tradition:

Eine Kapelle und die Statuen der Slawenapostel Kyrill und Method erinnern an die lange Geschichte des Wallfahrtsortes. Der Blick reicht derweil weit über die grünen Wellen der Beskiden.


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