Ein Wirtshaus, eine Metzgerei und das Dorfleben an der Moldau prägten die frühen Jahre von Antonín Dvořák. 1841 kam der spätere Komponist der Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ in Nelahozeves nördlich von Prag zur Welt.
Sein Vater arbeitete als Metzger und Gastwirt, während der junge Antonín schon früh verschiedene Instrumente erlernte. Jahrzehnte später führten ihn seine Kompositionen nach London, Russland und schließlich in die Vereinigten Staaten.
Seine Anfänge rückt heute das neu gestaltete Antonín-Dvořák-Geburtshaus in den Mittelpunkt. Eine interaktive Ausstellung in elf Räumen verbindet historische Exponate mit Hörstationen und multimedialen Einblicken.
Besucher erfahren, welche Eindrücke aus Dvořáks Kindheit später in seine Musik einflossen. Auch das benachbarte Renaissanceschloss Nelahozeves lädt zu einem Abstecher ein.
In Prag setzt sich die musikalische Spurensuche fort. Das Antonín-Dvořák-Museum zeigt in einem barocken Lustschloss unter anderem seinen Schreibtisch und sein Klavier.
Vom 6. bis 27. September 2027 widmet ihm die tschechische Hauptstadt mit „Dvořáks Prag“ sogar das 20. eigene internationale Musikfestival.
Dessen Konzerte führen unter anderem ins Rudolfinum, einen der bedeutendsten Konzertsäle der Stadt. Ein weiterer Ort verbindet Dvořák mit Smetana: Auf dem historischen Friedhof des Vyšehrad fanden beide Komponisten ihre letzte Ruhestätte.
Leoš Janáček: Wenn eine Stadt zur Partitur wird
Leoš Janáček hörte genau hin, wenn Menschen miteinander redeten. Sprachrhythmen, Volkslieder und die Klänge des Alltags lieferten ihm musikalische Ideen, die er zu einer unverwechselbaren Tonsprache entwickelte.
Eng verknüpft blieb sein Schaffen mit der zweitgrößten Stadt Tschechiens: Brünn. Mehr als fünf Jahrzehnte lebte und arbeitete er in der mährischen Metropole, unterrichtete, dirigierte und komponierte dort einen Großteil seiner Opern.
Wie sehr seine Musik Brünn bis heute prägt, zeigt das internationale Festival Janáček Brno. Vom 13. Oktober bis 17. November 2026 feiert es seine zehnte Ausgabe unter dem Motto „Roots“.
Zu den Gästen zählen auch Ensembles aus Deutschland: Die Bayerische Staatsoper präsentiert am 13. November „Katja Kabanowa“, die Bamberger Symphoniker gastieren Anfang November. Bereits zweimal gewann das Festival bei den „International Opera Awards“.
Wer Brünn jenseits der Aufführungen erkunden möchte, folgt Janáčeks Spuren durch die Stadt. Ein digitaler Kulturführer verbindet wichtige Stationen seines Lebens mit Hintergrundgeschichten und Ausflugsideen.


Das Geburtshaus von Antonín Dvořák und das benachbarte Renaissanceschloss Nelahozeves laden zu einem Besuch ein. © CzechTourism/House of Lobkowicz