Nicht am Meer und trotzdem „Ein Land an der Küste“: Unter diesem von Shakespeares „Wintermärchen“ inspirierten Motto präsentiert sich Tschechien als Ehrengast der 78. Frankfurter Buchmesse im Herbst 2026.
Die imaginäre Küste schlägt eine Brücke zur internationalen Literaturwelt und zu Geschichten, die von den Buchseiten mitten hinein nach Tschechien führen.
Ein guter Zeitpunkt, ein Buch aufzuschlagen und sich auf eine Reise zu begeben.
75 tschechische Autoren vertreten vom 7. bis 11. Oktober 2026 auf der Frankfurter Buchmesse ihr Heimatland, darunter Jaroslav Rudiš, Alena Mornštajnová, Radka Denemarková und Jáchym Topol.
In der Buchausstellung „Books on Czechia“ im Ehrengast-Pavillon stellen Verlage aus aller Welt aktuelle Titel rund um Tschechien vor. Lesungen, Debatten, Theater- und Musikveranstaltungen ergänzen das Programm.
Teil des „Jahres der tschechischen Kultur in den deutschsprachigen Ländern“ ist die Ausstellung More is NOW! Neue tschechische Architektur im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt.
Vom 19. September 2026 bis 17. Januar 2027 zeigt sie 28 zeitgenössische Projekte vorwiegend jüngerer tschechischer Planer.
Im Mittelpunkt steht ihr Umgang mit Landschaft und historischem Erbe sowie neue Technologien und gesellschaftliche Veränderungen.
Die Stadt, die Schrifststeller nicht loslässt
„Dieses Mütterchen hat Krallen.“ Prag ist untrennbar mit Franz Kafka verbunden. Doch die Literatur, die sich auf die geheimnisvolle Stadt bezieht, reicht weit über das Werk eines einzelnen Autors hinaus.
Bis heute inspiriert die tschechische Hauptstadt internationale Bestseller und dient als Kulisse für Romane und historische Erzählungen – zuletzt für den Sci-Fi-Thriller „The Secret of Secrets“ (2025) von Dan Brown.
Wer den Spuren seiner Figur Robert Langdon folgen möchte, begibt sich ins jüdische Viertel und zur Prager Burg.
Anlässlich der Kampagne „Lesen Sie in Prag wie in einem Buch“ führt eine illustrierte Karte zu literarischen Orten wie dem Café Louvre, in dem einst Kafka oder Rilke saßen.
Das Café Slavia wiederum erinnert mit dem Frühstückscocktail „Death before noon“ an Hemingway.
Besonders lebendig wird Prag in den Gedichten des bislang einzigen tschechischen Literatur-Nobelpreisträgers (1984) Jaroslav Seifert (1901–1986) – vor allem in den Altstadtgassen, Innenhöfen und im ehemaligen Arbeiterviertel Žižkov, wo er lange lebte.


Die literarische Landkarte Tschechiens reicht weit über seine Hauptstadt Prag hinaus. © Czech Tourism/Michal Vitásek



