1. Zaim/Znojmo und sein unterirdisches Labyrinth
Während Wasserflächen und schattige Parks zu Tage für Abkühlung sorgen, entfalten auch die unterirdischen Welten mancher tschechischen Städte eine erfrischende Wirkung.
Unter der Altstadt von Znojmo in Südmähren verbirgt sich beispielsweise eines der größten Labyrinthe Europas – ein weit verzweigtes System aus Gängen und Gewölben.
Die konstant kühlen Temperaturen machen diese Unterwelt zu einem angenehmen Rückzugsort, besonders an heißen Sommertagen oder als wetterunabhängiges Erlebnisprogramm.
Besucher wählen zwischen einer klassischen Führung mit Einblicken in die Stadtgeschichte oder einer atmosphärisch inszenierten Unterweltausstellung.
Dabei führt der Weg etwa durch eine alchemistische Werkstatt und eine nachgebaute Gefängniszelle – begleitet von Märchenszenen.
2. Pilsen/Plzeň: Die Stadt unter der Stadt
Noch weitläufiger zeigt sich die unterirdische Welt in Pilsen/Plzeň im Westen Böhmens.
Unter der tschechischen Innenstadt erstreckt sich ein mehrere Kilometer langes System aus Gängen, Brunnen und Kellern aus dem 14. Jahrhundert. Ursprünglich diente es der Versorgung und dem Schutz der Stadt.
Heute sind Teile der sogenannten Stadt unter der Stadt öffentlich zugänglich und eröffnen einen Blick in das mittelalterliche Stadtleben.
Ehemalige technische Anlagen wie Entwässerungsstollen sowie Räume für Handwerk und Lebensmittelproduktion erzählen von einer funktionalen Unterwelt, die das Leben über der Erde eng begleitete.
Auch die traditionsreiche Brauerei Pilsner Urquell nutzt die alten Keller zur Lagerung und Reifung ihres Bieres – Besucher erleben so eine doppelte Erfrischung: die kühle Atmosphäre unter der Erde und im Anschluss eine frische Kostprobe direkt vom Fass.
3. Brünn/Brno zwischen Wasserspeichern und Beinhaus
Im tschechischen Brno zeigt sich die unterirdische Welt besonders vielschichtig. Unter der Altstadt verbirgt sich ein weit verzweigtes System aus Kellern und Gängen.
Ein Highlight sind die historischen Wasserspeicher am Žlutý kopec – monumentale, aus Ziegelstein errichtete Reservoirs aus der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert, die einst die gesamte Stadt mit Trinkwasser versorgten.
Heute erinnern die fast kathedralenartigen Räume an die fantastischen Welten von Tolkien.
Auch das Beinhaus bei der St.-Jakobs-Kirche, eines der größten seiner Art, entführt Besucher in die Vergangenheit, als dort mehr als 50.000 Opfer von mittelalterlicher Pest- und Choleraseuchen, kriegerischer Auseinandersetzungen und der schwedischen Belagerung bestattet wurden.
Es soll noch gruseliger, als das in Paris sein und lässt Besucher mit einem wohligen Schauer zurück.


Tschechiens verborgene Stadtwelten – während Zaim/Znojmo mit einem der größten mittelalterlichen Kellerlabyrinthe Europas beeindruckt, faszinieren in Brünn/Brno. © CzechTourism/Ladislav Renner



