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Trinktemperatur für Champagner

Champagner zu kalt serviert? Warum die halbe Flasche umsonst ist - Zu kalt ist verschenkt

Wer guten Champagner eiskalt serviert, verschenkt die Hälfte des Genusses. Darauf macht ‚einfach geniessen', Spezialist für herausragende und individuelle Champagner der neuen Champagner-Elite, aufmerksam:

Die Trinktemperatur ist kein Detail, sondern entscheidet über Aromen, Balance und Potenzial einer Flasche.

Champagner neu gedacht: trocken, komplex, anspruchsvoll

Die neue Generation der Champagnerwinzer arbeitet anders als ihre Vorgänger. Reduzierte Erträge, intensive Bodenarbeit, gezieltes Laubmanagement:

All diese Maßnahmen sorgen dafür, dass die Trauben reifer, aromatischer und gesünder werden.

Eine hohe Säure behalten sie trotzdem. Und das ist auch gut so. Denn Säure gibt einem Schaumwein Frische, Rückgrat und Langlebigkeit. Die Säure muss aber balanciert sein.

Sonst wird es sauer. Balancieren kann man sie mit Süße (Dosage "brut"). Aber auch die zuvor beschriebene, höhere Aromenreife der neuen Champagner-Generation, ein verlängerter Ausbau der Grundweine auf der Hefe oder ihr oxidatives Reifen in Holzfässern können die Säure balancieren.

Das Ziel ist Reife und gesunde Trauben. Die Champagner werden oft in gebrauchten Holzfässern ausgebaut, und mit einer geringen Dosage, also Süße, versehen. Auf dem Etikett ist dann „brut nature" oder „extra brut" zu lesen.

Warum trockener Champagner wärmer ins Glas gehört

Hochwertiger Champagner sollte bei 10 bis 12 Grad Celsius serviert werden, nicht bei 5 oder 6 Grad. Der Grund ist physikalisch: Unter einer bestimmten Temperatur können aromatische Moleküle nicht verdunsten.

Die Säure dominiert, die Aromen bleiben stumm. Der Champagner verliert viel von seinem Potential, das er bei einer höheren Temperatur zeigen würde.

„Ab 10 bis 12 Grad verdunsten mehr Moleküle, die wir dann erst riechen können.

Aromen von reifen Früchten, süßen Gewürzen sowie Brioche puffern die Säure ab, so dass der Champagner ausgewogen wirkt", erklärt Bernhard Meßmer, Gründer der Münchner Weinschule einfach geniessen und von der französischen Organisation CIVIC als bester Champagner-Ausbilder Deutschlands ausgezeichnet.

Ein klassischer „brut" mit höherem Zuckeranteil (Dosage) darf kälter sein: Hier sind 6 bis 8 Grad angemessen.

Ein Irrtum, der sich hartnäckig hält

Selbst in der Spitzengastronomie ist zu kalter Champagner die Regel. Kühlschränke laufen auf 4 bis 6 Grad, Gäste erwarten Kälte und reklamieren bei wärmeren Temperaturen schneller als umgekehrt.

Diese Asymmetrie erzieht die Gastronomie zur Kälte, unabhängig davon, was dem Wein tatsächlich guttut. Ein Umdenken und Aufklären setzen langsam ein, sind aber noch kein Standard.

Praktisch umgesetzt

Flasche aus dem Kühlschrank 10 bis 20 Minuten vor dem Öffnen herausnehmen. Großes Weißwein- oder Burgunderglas verwenden, keine schlanke Flöte.

Wer eine zimmerwarme Flasche schnell kühlen will: Kühlmanschette aus dem Gefrierfach, nach 10 bis 15 Minuten abnehmen.


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