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In einem Zweikampf mit dem Grafen

Zwischen Dämonen und Engeln Premiere für Prokofjews Oper „Der feurige Engel“ am 4.12.10 im DNT Weimar

Als weltweit einziges Haus bringt das Deutsche Nationaltheater Weimar in dieser Spielzeit Sergej Prokofjews äußerst selten gespielte Oper "Der feurige Engel" auf die Bühne. Unter der musikali­schen Leitung von Kapellmeister Martin Hoff erlebt die Inszenierung von Christian Sedelmayer am Samstag, 4. Dezember 2010, um 19 Uhr, ihre Premiere im großen Haus.

Kaum eine Oper des frühen 20. Jahrhunderts ist so reich an Farben, Einfällen und völlig einzig­artigen musiktheatralischen Situationen wie Sergej Prokofjews Der feurige Engel. Unter Kennern gilt das beeindruckende Musiktheaterwerk neben der Liebe zu den drei Orangen als beste und zugleich modernste Partitur des russischen Komponisten. Als Vorlage für das Libretto diente ihm der 1907 erschienene, gleichnamige Roman seine Landsmanns Walerij Brjussow, in dem christ­liche Dämonologie, Hexenglaube, schwarze Magie, Kabbalistik und Nekromantie thematisiert werden.

Die Handlung der Oper spielt in der Umgebung Kölns um das Jahr 1534. Der Söldner Ruprecht verfällt Renata, die sich von Dämonen verfolgt fühlt. Gemeinsam begeben sie sich auf die Suche nach dem Grafen Heinrich, in dem Renata die Inkarnation des feurigen Engels Madiel zu erkennen glaubt, der ihr seit ihrer Jugend in Visionen erscheint und dem sie sich geweiht hat. Auf ihrer Reise durch das Zeitalter der Reformation und Gegenreformation studieren sie Schriften der schwarzen Magie, begegnen dem Alchemisten Agrippa von Nettesheim und treffen im IV. Akt sogar auf Faust und Mephisto.

In einem Zweikampf mit dem Grafen, zu dem Renata den von ihr völlig abhängigen Ruprecht angestachelt hat, wird dieser schwer verwundet. Nachdem seine Wunden geheilt sind, verlässt sie ihn und geht ins Kloster, wo ihre Besessenheit auf die Nonnen übergreift und sie von der Inquisition daraufhin schließlich zum Tode verurteilt wird.

In der Inszenierung von Christian Sedelmayer, der unter Mitarbeit von José Luna auch das Bühnenbild entworfen hat, gestalten Kirsten Blanck und Renatus Mészár die beiden extrem anspruchsvollen Hauptpartien Renata und Ruprecht. Zudem sind u.a. Margarita Gritskova (Wirtin / Äbtissin), Anna Buschbeck bzw. Christine Hansmann (Wahrsagerin), Frieder Aurich (Jakob Glock / Mephisto), Alexander Günther (Agrippa von Nettesheim) und Remigusz Lukomski bzw. Hidekazu Tsumaya (Faust) zu erleben.

Den feurigen Engel Madiel verkörpert der Schauspieler Roger Jahnke. Es singen der Opernchor des DNT Weimar und die Damen des Philharmonischen Chores Weimar (Einstudierung Markus Oppeneiger). Es spielt die Staats­kapelle Weimar unter der Leitung von Martin Hoff. Die Kostüme entwarf Elisabetta Pian. Als Choreograph wirkte an der Inszenierung Friedrich Bührer mit.

Weitere Vorstellungen: 9. und 22.12., 14.1., 4.3., 3. und 25.6., jeweils 19.30 Uhr, 10.4., 19 Uhr

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