Gesellschaft Freunde der Künste

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Der Erfurter Kunstverein 1887 – 1945

Zwischen Avantgarde und Anpassung: Ausstellung in Erfurt bis 2.8.2009

Zusammen mit dem 1886 gegründeten Städtischen Museum Erfurt (heute Angermuseum) bestimmte der im Jahr 1887 ins Leben gerufene Verein für Kunst und Kunstgewerbe das kulturelle Leben der Stadt über Jahrzehnte hinweg wesentlich mit. Auch dem Engagement seiner Mitglieder war es zu verdanken, dass Erfurt in den 1920er Jahren zu einem weit über die lokalen Grenzen hinaus beachteten Ort der Moderne avancierte.

Im Zusammenspiel von Kommunalpolitikern, Unternehmern, Vertretern von Bildungseinrichtungen (unter ihnen auch Lehrer und Schüler des Bauhauses), Privatpersonen sowie Mitarbeitern der lokalen Presse formierte sich ein dichtes kulturelles Netzwerk. Kontinuierlich organisierte man Ausstellungen, veranstaltete Vorträge und erwarb Kunstwerke. Die 1937 durchgeführte Aktion "Entartete Kunst", in der Erfurt fast seine gesamte Sammlung an Werken der Moderne verlor, führte in den folgenden Jahren zur Krise des Vereins, der schließlich 1945 per Dekret der Sowjetischen Militäradministration seine Arbeit einstellen musste.

Die nahezu 60 Jahre währende Tätigkeit von der Gründung bis zur erzwungenen Auflösung ist Gegenstand einer Ausstellung, die mit Werken aus den Sammlungen des Angermuseums Erfurt – zumeist durch den Kunstverein getätigte bzw. vermittelte Erwerbungen – das ambivalente künstlerische Klima jener Zeit vergegenwärtigt, sowie einer Publikation, die erstmals die Aktivitäten des Erfurter Vereins für Kunst und Kunstgewerbe umfassend darstellt.

Angeboten werden öffentlichen Führungen durch die Ausstellung am Donnerstag, den 2. Juli, 9. Juli und 16. Juli um 19:30 Uhr.

In der fünfteiligen Reihe „Kunstpause am Mittag“ erhalten die Besucher die Möglichkeit, jeweils mittwochs um 12:00 Uhr (1. Juli, 8. Juli, 15. Juli, 28. Juli) in einem 20minütigen Kurzvortrag das Werk eines Künstlers genauer kennenzulernen.

Am 29. Juli laden die Veranstalter zu einem Vortrag in die Kunsthalle ein. Der Kunsthistoriker Dr. Christian Welzbacher (Berlin) wird sein eben erschienenes Buch „Edwin Redslob – Biografie eines unverbesserlichen Idealisten“ vorstellen und über Rolle und Bedeutung Redslobs als einem der wichtigen Kulturpolitiker des 20. Jahrhunderts referieren. Edwin Redslob war von 1912-1919 Direktor des Angermuseums Erfurt, Sekretär des Kunstvereins und wirkte schließlich als Reichskunstwart der Weimarer Republik.

Zur Ausstellung erschien die Publikation:

Zwischen Avantgarde und Anpassung – Der Erfurter Kunstverein. Eine Dokumentation von 1886 bis 1945 [mit einem Beitrag zur Geschichte der Vereine "Museumsgemeinde zu Erfurt" und "Vereinigung der Erfurter Museumsfreunde"], zusammengestellt von Cornelia Nowak unter Mitarbeit von Ruth Menzel, Hg. Ernst Herrbach, Wolfram Morath-Vogel, Martina Roth, Kai Uwe Schierz, Erfurt 2009; 256 S., 113 Farbabbn., ISBN 3-930013-14-2, Preis 30 €

Ausstellung und Publikation wurden großzügig gefördert durch die Sparkassenstiftung Erfurt, das Thüringer Kultusministerium sowie den Förderverein Freunde des Angermuseums e. V.Ausstellung von Angermuseum Erfurt und Erfurter Kunstverein e. V

in der Kunsthalle Erfurt anlässlich des kulturellen Themenschwerpunktes "Bauhaus 2009" der ImPuls-Region Erfurt - Weimar - Jena

Ausstellungsort: Kunsthalle Erfurt, Fischmarkt 7, 99084 Erfurt, Tel. 0361/655 56 60, Fax 0361/655 56 69, www.kunsthalle-erfurt.de , Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11–18 Uhr / Donnerstag 11–22 Uhr.