Die Kleine Nachtmusik war nicht immer so berühmt wie sie es heutzutage ist. Bis ins 20. Jahrhundert hinein war sie nicht so bekannt wie DON GIOVANNI und DIE ZAUBERFLÖTE, die von Anfang an hoch geschätzt wurden. Auch Mozarts Klavierkonzerte, für uns heute Inbegriff des Konzertierens, wurden im 19. Jahrhundert vergleichsweise gering geschätzt. Neben Liszt fand man sie zu einfach. Ähnlich ging es auch der Kleinen Nachtmusik. Es wurde sogar bezweifelt, ob sie von Mozart ist – zu simpel sei sie gemacht. Um 1900 gab es dann eine starke Bewegung unter dem Schlagwort »Zurück zu Mozart!«. Gegen Wagner und das Großaufgebot an musikalischen Mitteln wandte man sich dem Klassizistischen und Spielerischen zu. In dieser Zeit beginnt die zunehmende Wertschätzung der Nachtmusik. Richtig populär wurde sie schließlich durch einen Spielfilm, eine deutsche Produktion von 1939 mit dem Titel: Eine kleine Nachtmusik. Und heute ist sie eine Ikone der »klassischen« Musik. Sie steht für Mozart und das Schöne der Musik schlechthin, sie gilt als unhinterfragbar. Mozart selbst sagte über sein Werk: »Ich liebe Zuhörer, die mitdenken.« Wenn Intelligenz klingen könnte, dann so wie in der Kleinen Nachtmusik.
Wolfgang Amadeus Mozart:
Serenade G-Dur Eine kleine Nachtmusik KV 525
Klavierkonzert Nr. 21 KV 476
Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201
Solistin: Susanne Grützmann, Klavier
Dirigent: Patrik Ringborg
Aufführung im Staatstheater Kassel www.staatstheater-kassel.de am
21.06.2009 - 11:00 bis 13:00 Uhr


Susanne Grützmann, Foto: Bodo Müller