Hanglage Meerblick
„Wir befinden uns in einem Immobilienbüro. Ein Wettbewerb um die besten Verkaufsergebnisse geht zu Ende. Die vier Makler haben nur noch wenige Tage, um eine gute Position auf der Wettbewerbstabelle zu erreichen. Der Sieger gewinnt einen Cadillac, der Zweite gewinnt einen Satz Steakmesser, die beiden Tabellenletzten werden gefeuert. Die Hauptsache im Wettstreit sind die Adressen (potentieller Käufer). Jeder versucht verzweifelt, die besten (gewinnversprechendsten) Adressen zu bekommen.“ David Mamet
Sexual Perversity in Chicago
Danny Shapiro und Bernard Litko sind Freunde und Arbeitskollegen. Deborah Soloman und Joan Webber teilen eine Wohnung. Natürlich reden Danny und Bernard über Sex. Während Bernard mit einer wahnsinnigen Frauengeschichte aufwarten kann, gelingt es ihm aber nicht, Joan aufzugabeln. Dafür lernt Danny Deborah kennen, und nach einer Versuchsphase zieht Deborah zu Danny. Joan und Bernard geben dem Paar höchstens zwei Monate. Stimmt.
Nach deren Ablauf sind sie wieder getrennt. Und Danny und Bernard liegen am Strand und schauen den Frauen nach. Die sexuelle Perversität des Titels ist die ganz normale Unfähigkeit zu lieben. Der Stoff wurde 1985 von Edward Zwick unter dem Titel „About Last Night“ verfilmt und lief in Deutschland unter dem Titel „Nochmal so wie letzte Nacht“.
November
Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken. So auch der Staat. So auch in „November“. Ein schicksalsträchtiger Monat in den USA, wird doch am vierten Donnerstag im November Thanksgiving gefeiert. Und am ersten Dienstag nach dem ersten Montag im November finden alle vier Jahre die Präsidentschaftswahlen statt. Mamet hat über diese heiligen Kühe eine Farce verfasst. In allem Ernst.
Der amtierende US-Präsident Charles Smith sieht eine Woche vor der erhofften Wiederwahl seine Felle davonschwimmen. Die Umfrageergebnisse im Keller, die Wahlkampfkasse leer; es hat nur noch für zwei TV-Spots gereicht. Geld muss her. Da kommt der Vertreter des Verbandes der Truthahnzüchter gerade recht. Ist es doch seit dem Zweiten Weltkrieg so Sitte, dass der Präsident medienwirksam einen Truthahn begnadigt, wofür der Verband Geld spendet. Doch Fünfzigtausend Dollar machen den Kohl nicht fett …
Regie Elmar Goerden
Bühne Silvia Merlo, Ulf Stengl
Kostüme Lydia Kirchleitner
Infos unter: www.schauspielhausbochum.de

