Die Ausstellung „Wo ist der Wind, wenn er nicht weht? – Politische Bildergeschichten von Albrecht Dürer bis Art Spiegelman“ versammelt international politisch motivierte Bildergeschichten von der Erfindung der Buchdruckkunst bis heute. Anhand ausgewählter Arbeiten von mehr als 130 KünstlerInnen wird die „Geschichte der Bildergeschichte“ erzählt und die Entwicklung der Bildsprache, der Medien und der Inhalte deutlich gemacht.
Die Bildergeschichte ist die demokratischste aller Kunstformen, weil jeder sie „lesen“ und verstehen kann. In ihr ist ein Vermittlungsmoment schon grundsätzlich angelegt, indem sie keine kulturgeschichtliche Kenntnis und Vertrautheit mit Sujets oder Kompositionsprinzipien und allegorischen Gehalten voraussetzt. Das der Bildergeschichte eigene demokratische Bildverständnis kondensiert letztlich den Anspruch von Institutionen, denen es um die Vermittlung von Kunst und die Überbrückung der Kluft zwischen Kunstproduktion und Publikum geht.
Alle ausgewählten Arbeiten zeichnen sich durch eine dezidiert politische Dimension aus. Neben Comics, die eine aufklärerisch-partizipatorische Aufgabe erfüllen, versammelt die Ausstellung zahlreiche Arbeiten, die gesellschaftliche oder soziale Zustände ihrer jeweiligen Zeit kommentieren und dadurch politisch Position beziehen. Die Präsentation der Arbeiten folgt dabei keiner chronologischen, sondern vielmehr einer inhaltlich begründeten Zusammenstellung.
Die eigens für die Ausstellung entwickelte Architektur im Obergeschoss des Kunstvereins unterstützt dieses Referenzsystem: Die einzelnen Hänge- oder Stellflächen sind den räumlichen Sequenzen eines Comics nachempfunden und strukturieren den Raum inhaltlich und visuell. Jedes einzelne Panel stellt eine in sich geschlossene Einheit dar, die darüber hinaus Verbindungen zu anderen Themen zulässt und zahlreiche Anknüpfungen bietet.
Die offene Struktur ermöglicht es, die unterschiedlichen Medien – wie z.B. Druckgrafiken, Bücher, Zeitungen, Filme, Objekte und Installationen – zu integrieren und ihr Kommunikationspotenzial zu beleben und erfahrbar zu machen. Im Erdgeschoss fungieren die Graffiti-Zeichnungen im Stil von Keith Haring als Projektionsfläche für die klassische Präsentation. Die unverwechselbare, reduzierte und einfach verständliche Zeichensprache Harings kommentiert das Zeitgeschehen ebenso wie die gezeigten Arbeiten von Goya oder Callot.
Verbunden sind die beiden Ebenen durch den von Stefan Marx (*1979, lebt in Hamburg) gestalteten Eingangsbereich. Seiner Ausstellung „Pleeease“ liegt ein wandelbares Prinzip zugrunde, das kontinuierliche Veränderungen im Laufe des Jahres zulässt.
Dauer der Ausstellung bis zum 14.3.2010
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Links
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