Von den 40 hochkarätigen Aufführungen aus den Bereichen Tanz, Schauspiel, Oper und schräger Unterhaltung, die die diesjährige Ausgabe der Internationalen Maifestspiele zwischen dem 1. und dem 31. Mai 2010 im Staatstheater Wiesbaden anbietet, muss für drei Abende eine Programmänderung vorgenommen werden.
Beim Festival, das im Bereich Musiktheater mit Richard Strauss’ „Elektra“ in der Inszenierung der international gefeierten Bildenden Künstlerin Rebecca Horn (im Rahmen von „Phänomen Expressionismus“) eröffnet wird, und in dem unverändert die „Butterfly Lovers“, eine Europa-Premiere der Yue-Oper aus China und zwei eigene Galas mit „Rigoletto“ und „Falstaff“ (mit Ambrogio Maestri in beiden Titelrollen) auf dem Programm stehen, sind die beiden Operngastspiele von „La Bohème“ und „Ariadne auf Naxos“ durch die Griechische Nationaloper Athen überraschend abgesagt worden.
Der künstlerischen Leitung der Maifestspiele ist es gelungen, kurzfristig eine hervorragende Ersatzproduktion anzubieten: Das Teatro Lirico di Cagliari aus Italien, mit dem schon seit längerer Zeit über ein Gastspiel bei den Internationalen Maifestspielen verhandelt wird, hat zu Hause ein Sinfoniekonzert abgesagt und kommt am Freitag, den 7. und Samstag, den 8. Mai 2010 mit Lucia di Lammermoor von Gaetano Donizetti in der Inszenierung von Denis Krief (der in Karlsruhe den „Ring der Nibelungen“ inszeniert hat). Die Cagliari Oper hat für ihre Aufführung und Programmierung den italienischen „Premio Abbiato“ erhalten.
Die Lucia singt keine Geringere als Desiree Rancatore, die u.a. in Mailand, Paris, Brüssel, Wien und aktuell im Mai bei den Salzburger Pfingstfestpielen engagiert ist. Celso Albelo singt den Edgardo, Luca Salsi den Enrico und Riccardo Zanellato (der im vergangenen Jahr als Nabucco bei den Internationalen Maifestspielen großer Erfolge feierte) den Raimondo. Es dirigiert der italienische Nachwuchsdirigent Antonino Fogliani.
„Lucia di Lammermoor“ spielt im Schottland der blutig ausgetragenen Clan-Zwistigkeiten. Dort herrscht eine Männergesellschaft, in der Schwestern und Töchter als Unterpfande von Militärallianzen gehandelt werden. Auch Lucia erwartet dieses Schicksal, vor dem sie sich in den Wahnsinn flüchtet.
Eigentlich hat sie Herz und Hand ihrem Geliebten Edgardo versprochen, dem Todfeind ihres Bruders Enrico. Dieser möchte seine Schwester dem mächtigen Verbündeten Arturo andienen. Ein Meisterwerk des italienischen Belcanto mit der Kunst des „canto fiorito“, des Koloraturgesangs in den Hauptpartien.
Der künstlerische Leiter der Internationalen Maifestspiele Dr. Manfred Beilharz weist darauf hin, dass das Gastspiel der Griechischen Nationaloper Athen fest verabredet war, alle vertraglichen Details geklärt und über die beiden Produktionen „La Bohème“ und „Ariadne auf Naxos“beidseitig unterschriebene rechtsgültige Verträge vorlagen. Trotzdem wurde das Gastspiel abgesagt.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Griechischen Nationaloper Athen begründete die Absage mit den total desaströsen Staatsfinanzen in Griechenland. Auch der Vorhalt, dass die durch das Gastspiel entstehenden Kosten aus dem Budget der Internationalen Maifestspiele komplett getragen würden und auch eine hieb- und stichfeste vertragliche Verabredung mit den Zuständigen der Griechischen Nationaloper abgeschlossen seien, konnte die Entscheidung der griechischen Regierung und des zuständigen Aufsichtsratsvorsitzenden auch nach Einschaltung der Deutschen Botschaft in Athen nicht verhindern.
So sehr auf deutscher Seite Verständnis für die ökonomische Situation Griechenlands besteht, scheint doch die Argumentation der Gegenseite nicht schlüssig, da durch die Absage des Gastspiels eine größere Finanzlücke entsteht, als wenn das durch die Internationalen Maifestspiele komplett finanzierte Gastspiel auch durchgeführt würde.
Es ist zu betonen, dass das Gastspiel von der Griechischen Nationaloper Athen aus und seiner künstlerischen und technischen Leitung hervorragend vorbereitet war, alle vertraglichen Details zum Abschluss gebracht wurden, und die Theaterleitung in Athen bis zuletzt darum gekämpft hat, dass die beiden ursprünglich verabredeten Gastspiele mit „La Bohème“ und „Ariadne auf Naxos“ auch stattfinden.
Informationen zu bereits gekauften Eintrittskarten für die Gastspiele der
Griechischen Nationaloper Athen:
Die Eintrittspreise bleiben unverändert.
Die Käufer der Karten werden von uns benachrichtigt, sofern wir über die Anschrift verfügen.
Die Karten für Freitag, 7. Mai 2010 und Samstag, 8. Mai 2010 behalten ihre Gültigkeit.
Für „Ariadne auf Naxos“ am Sonntag, 9. Mai 2010 erworbene Karten können an der Kasse für die Vorstellungen am Freitag und Samstag getauscht werden.
Wegen der zu erwartenden starken Nachfrage an der Kasse verweisen wir ausdrücklich auch auf die Möglichkeit, per Fax (0611 – 132 367) oder Mail (vorverkauf@staatstheater-wiesbaden.de) mit uns in Kontakt zu treten.
Freitag, 7. und Samstag, 8. Mai 2010, 19.30 Uhr, Großes Haus
Hessisches Staatstheater Wiesbaden
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