Auch im Jahr 2011 eröffnet das Hessische Staatstheater Wiesbaden die Internationalen Maifestspiele mit einer Literaturoper. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Marc Piollet kommt Rodion Shchedrins Vertonung des Skandalromans ‚Lolita‘ von Vladimir Nabokov zur Deutschen und deutschsprachigen Erstaufführung. Die Premiere findet in Anwesenheit des Komponisten statt.
‚Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta: Die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Lo. Li. Ta.‘ So spielerisch leicht kommen die ersten Sätze aus Vladimir Nabokovs ‚Lolita‘ daher, dass man fast vergessen könnte, mit welcher Wucht der Roman die literarische Nachkriegswelt 1955 erschütterte.
Humbert Humberts zwischen Romantik und Perversion changierende Hingabe an die noch mädchenhaft pubertierende Lolita war nichts weniger als ein Skandal, wie es ihn seit ‚Lady Chatterley‘ von D.H. Lawrence und James Joyces ‚Ulysses‘ nicht mehr gegeben hatte.
Doch was waren die in jenen Werken geschilderten Wonnen der Liebe gegen jene fetischartige Fixierung auf ein Geschöpf, das noch nicht erwachsen war, von Humbert Humbert aber so dunkel begehrt wurde wie einst die 13-jährige Virginia Clemm von ihrem Vetter Edgar Allan Poe?
Heute ist Nabokovs ‚Lolita‘ ein Klassiker der Literatur; auch die Verfilmungen wurden zu Welterfolgen. Durch ‚Lolita‘ wird Nabokov zu einem Säulenheiligen des amerikanischen Romans. Dabei ist er in St. Petersburg geboren und hatte die ersten 30 Jahre seines Lebens in russischer Sprache geschrieben.
Der russische Komponist Rodion Shchedrin (geb. 1932) hat Nabokovs Roman schon in den frühen 1960er Jahren gelesen, als die russische Übersetzung des ursprünglich auf Englisch geschriebenen Werkes erschienen war, die allerdings in Russland sofort verboten wurde.
Shchedrin empfand den Roman trotz seiner amerikanischen Ausgangssituation als genuin russisch. Die Geschichte um den Schriftsteller Humbert Humbert und seine alles verschlingende Leidenschaft für die zwölfjährige ‚Nymphette’ Lolita könnte ebenso ein Stoff von Dostojevskij oder Čechovs sein.
Shchedrin, der das russische Libretto selbst aus dem Roman kompilierte und dafür ausschließlich den Originaltext von Nabokov verwendete, hat sich in höchst sensibler Weise Nabokovs ‚Lolita‘ angenommen, nachdem er schon zuvor mehrere Klassiker der russischen Literatur in musiktheatralische Schöpfungen verwandelt hatte: zum Beispiel Tolstojs ‚Anna Karenina‘ (1972), ‚Die toten Seelen‘ von Gogol (1976) und Čechovs ‚Die Möwe‘ (1979). Berühmt gemacht hat ihn seine Version des Carmen-Stoffes von 1967.
Er bearbeitete die Musik von Bizet und schuf ein abendfüllendes Ballett für seine Frau Maya Plissetzkaya, die langjährige Primaballerina des Bolschoi-Balletts. Mit ‚Lolita‘ schuf Shchedrin ein weiteres Stück über eine ‚femme fatale’ für das Musiktheater des 20. Jahrhunderts.
Die Uraufführung dieser dritten Oper des Komponisten fand 1994 an der Königlichen Oper Stockholm statt. Es war die erste Uraufführung eines seiner Bühnenwerke außerhalb Russlands. In Wiesbaden kommt das Stück erstmalig in Deutschland zur Aufführung.
Aber nicht nur das: Das Werk erfährt auch seine deutschsprachige Erstaufführung, die lange Jahre durch rechtliche Einschränkungen nicht möglich war. Erst durch die Initiative des Wiesbadener Staatstheaters konnte die Übersetzung realisiert werden, die nun bei den Maifestspielen zur Premiere gelangt.
Shchedrin, der ‚Liebling des musikalischen Establishments, der offizielle Repräsentant moderner Strömungen, ein zuverlässiger Komponist, der, einiger modernistischer Experimente ungeachtet, immer seine realistische Tendenz bewahrte‘ (Boris Schwarz), hat die Verwendung moderner Kompositionsverfahren nie als Selbstzweck betrachtet.
Er blieb in seinem ästhetischen Credo ein der musikalischen Intuition vertrauender Komponist, dessen Klangsinnlichkeit – bei aller strukturellen Komplexität – einen unmittelbaren Zugang zu seiner Musik ermöglicht.
Marc Piollet (Musikalische Leitung), 1962 in Paris geboren, studierte Dirigieren bei Hans-Martin Rabenstein in Berlin und besuchte Meisterkurse bei John Eliot Gardiner, Michael Gielen, Gerd Albrecht und Kurt Masur. 1995 war er 1. Preisträger des Dirigentenforums des Deutschen Musikrats.
Nach Engagements in Halle, Kassel und als Musikdirektor der Volksoper Wien ist er seit 2004 Generalmusikdirektor des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Operngastspiele führten ihn an die Wiener Staatsoper, die Hamburgische Staatsoper, die Vlaamse Opera Antwerpen, die Oper Köln, das Théâtre Graslin in Nantes, die Opéra Bastille Paris, die Deutsche Oper Berlin, die Oper Stuttgart sowie zu den Salzburger Festspielen und ans New National Theatre in Tokio.
Als Konzertdirigent stand Marc Piollet am Pult renommierter Orchester wie der Münchner Philharmoniker, des Gewandhausorchesters Leipzig, der Bamberger Symphoniker, des hr-Sinfonieorchesters, des Konzerthausorchesters Berlin, der Dresdner Philharmonie, des MDR Sinfonieorchesters Leipzig, des Mozarteum Orchesters Salzburg, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, des Sinfonieorchesters St. Gallen, der Radiophilharmonie Hannover (NDR) und des Münchner Rundfunkorchesters.
In Frankreich dirigierte er u.a. die Nationalorchester von Lyon, Lille, Bordeaux, Metz und in Belgien das Royal Philharmonic Orchestra Antwerpen. Im September 2010 debütierte Marc Piollet am Gran Teatre del Liceu Barcelona mit einer Neuproduktion der ‚Carmen‘ und im Dezember an der Oper Kopenhagen mit ‚La Bohème‘.
In nächster Zeit wird er unter anderem beim Montreal Symphony Orchestra und am Teatro Real Madrid debütieren, mit der Star-Sopranistin Annette Dasch eine Tournee unternehmen und an den Opernhäusern in Stuttgart und Hannover dirigieren.
Konstanze Lauterbach (Inszenierung und Kostüme) studierte in Leipzig Germanistik, bevor sie an der Studentenbühne der Karl-Marx-Universität Leipzig zu inszenieren begann. Von 1982 bis 1984 arbeitete sie als Regieassistentin in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz).
Es folgten zahlreiche Gastinszenierungen und von 1987 bis 1990 ein festes Engagement in Rudolstadt. Von 1990 bis 1999 brachte sie als Hausregisseurin am Schauspiel Leipzig sechzehn Inszenierungen heraus, darunter ‚Die Besessene‘ von Mark Galesnik (1993 zum Berliner Theatertreffen eingeladen), ‚Bernarda Albas Haus‘ von García Lorca (1994 vom ZDF aufgezeichnet) und ‚Pelléas und Mélisande‘ von Maurice Maeterlinck. Außerdem arbeitete sie am Burgtheater Wien (‚Tango‘ von Sawomir Mrožek, ‚Mutter Courage‘ von Bertolt Brecht).
Sie inszenierte für die Wiener Festwochen ‚Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui‘ von Brecht und am Bayerischen Staatsschauspiel München ‚Weiße Ehe‘ von Tadeusz Różewicz.
2001 bis 2004 war sie Hausregisseurin am Deutschen Theater Berlin, wo sie unter anderem ‚Bluthochzeit‘ von Lorca inszenierte. 2004 führte Konstanze Lauterbach an der Semperoper Dresden Regie bei Bizets ‚Carmen‘.
An der Berliner Volksbühne (Tanztheater Johann Kresnik) realisierte sie ‚Giselle‘ und am Düsseldorfer Schauspielhaus ‚Libussa‘ von Grillparzer (2007).
Am Schauspiel Bonn (Intendant Dr. Manfred Beilharz) inszenierte sie Lorcas ‚Mariana Pineda‘. Die Aufführung wurde vom WDR aufgezeichnet. Eine langjährige Zusammenarbeit verband sie mit dem Bremer Theater. Hier inszenierte sie u.a. ‚Sterne am Morgenhimmel‘ von Alexander Galin, ‚Doña Rosita bleibt ledig‘ von Lorca, ‚Hexenjagd‘ von Miller, ‚Armut, Reichtum, Mensch und Tier‘ von Jahnn sowie ,Der Hofmeister‘ von Lenz.
Im Musiktheater führte sie Regie bei den Inszenierungen ‚Lady Macbeth von Mzensk‘ von Schostakowitsch, ‚Ariane et Barbe-Bleue‘ von Paul Dukas und ‚Pelléas et Mélisande‘ von Claude Debussy.
Am Hessischen Staatstheater Wiesbaden ist Konstanze Lauterbach seit 2002 im Schauspiel prägend mit Inszenierungen wie ‚Mädchen in Uniform‘ von Christa Winsloe, ‚Die Geierwally‘ nach dem Roman von Wilhelmine von Hillern, ‚Bernarda Albas Haus‘ von Lorca, ‚Die tätowierte Rose‘ von Tennessee Williams, Grillparzers ‚Die Jüdin von Toledo‘ und Kleists ‚Michael Kohlhaas‘.
Für das Musiktheater in Wiesbaden erarbeitete sie 2008 Massenets ‚Werther‘ und 2009 als Eröffnungsinszenierung der Maifestspiele Bergs ‚Lulu‘.
Konstanze Lauterbach erhielt zahlreiche Preise. 1993 wurde sie von der Zeitschrift Theaterheute zur Nachwuchsregisseurin des Jahres ernannt; 1997 erhielt sie den Preis des deutschen Kritikerverbandes.
2002 wurde sie für ihre Theaterarbeit mit dem Caroline-Neuber-Preis der Stadt Leipzig ausgezeichnet. Ihren unverwechselbaren, stark choreografisch geprägten Regiestil rühmte der Berliner Tagesspiegel mit den Worten: ‚Konstanze Lauterbach inszeniert Theater als Fest für alle Sinne.‘
Andreas Jander (Bühnenbild) ist Architekt und Bühnenbildner. Seine Liebe zum Theater entdeckte er eher zufällig: Sein Architektur-Professor Wolfgang Knoll (Institut für Zeichnen und Modellieren IZM) verschaffte ihm ein Praktikum an der Staatsoper Stuttgart, wo ihn der Bühnenbildner Wolf Münzer förderte.
In der Spielzeit 1987/88 begann er am Schauspiel Essen unter Hansgünther Heyme mit eigenen Bühnenbildern seine Theaterkarriere, die ihn als Bühnenbildner für Schauspiel, Musiktheater und Tanz unter anderem an das Deutsche Theater in Göttingen, das Theater Freiburg, die Oper Magdeburg, zu den Wiener Festwochen, an das Schauspiel Leipzig, das Bayerische Staatsschauspiel München, das Schauspiel Essen, das Theater Basel, das Thalia Theater Hamburg, das Staatsschauspiel Dresden, an die Staatstheater Wiesbaden, Darmstadt, Mainz und Karlsruhe sowie an die Oper und das Schauspiel in Graz, Hannover und Bonn führte.
Sein spezielles Interesse gilt Lichtkunst-Installationen, Klang- und Szenenräumen sowie Raumskulpturen. Eine regelmäßige und langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn vor allem mit den Regisseuren Thomas Krupa, Bernarda Horres, Wolfgang Engel, Lutz Graf und Konstanze Lauterbach, für die er am Hessischen Staatstheater Wiesbaden u.a. die Bühnenbilder für Hermine von Hillerns ‚Geierwally‘, Lorcas ‚Bernarda Albas Haus‘, Massenets ‚Werther‘, Grillparzers ‚Die Jüdin von Toledo‘ und Bergs ,Lulu‘ entwarf.
Emma Pearson (Lolita) schloss im Jahr 2003 ihr Gesangsstudium an der University of Western Australia mit einem Ehrendiplom ab. Ein Jahr später gewann sie drei bedeutende Preise ihres Heimatlandes: Das Marianne-Mathy-Stipendium, den Symphony Australia Young Artist Prize und den 1. Preis beim German-Australian Opera Grant der Organisation ,More Than Opera‘.
Die letztgenannte Auszeichnung beinhaltet einen einjährigen Arbeitsaufenthalt am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, der im Herbst 2005 begann. Danach wurde sie sofort fest in das Opernensemble übernommen und begeistert seither das Publikum mit einem breiten Rollenspektrum, das von Operetten und Spielopern bis hin zur Titelpartie in Alban Bergs ‚Lulu‘ reicht.
Diese Partie sang Emma Pearson 2009 in der Eröffnungsinszenierung der Internationalen Maifestspiele. Darüber hinaus war Emma Pearson als Blonde in ‚Die Entführung aus dem Serail‘, Fleurette in ‚Ritter Blaubart‘, Königin der Nacht in ‚Die Zauberflöte‘, Waldvogel in ‚Siegfried‘, Woglinde in ‚Das Rheingold‘ und ‚Götterdämmerung‘, Olympia in ‚Les contes d‘Hoffmann‘, Zerlina in ‚Don Giovanni‘ und Ännchen im ‚Freischütz‘ zu sehen.
In der Spielzeit 2009/10 erweiterte sie ihr Rollenspektrum um zwei italienische Partien: Lauretta in Puccinis ‚Gianni Schicchi‘ und Nanetta in ,Falstaff‘ von Giuseppe Verdi. In diesem Jahr debütiert sie als Sophie in Richard Strauss‘ Oper ‚Der Rosenkavalier‘ in Wiesbaden.
Emma Pearson ist ein gern gesehener Gast an den großen australischen und neuseeländischen Opernhäusern. Zuletzt sang sie an der Opera Australia in Sydney die Königin der Nacht in Mozarts ,Zauberflöte‘ und die Susanna in ,Die Hochzeit des Figaro‘ an der New Zealand Opera in Auckland.
Auftritte in Konzerten, Oratorien und Kammerkonzerten führten sie darüber hinaus nach London, Tokio, Peking und Perth sowie zu den Ludwigsburger Schlossfestspielen.
Thomas Piffka (Claire Quilty)
begann bereits während seines Studiums an der Kölner Musikhochschule, wo Josef Metternich zu seinen Lehrern gehörte, eine intensive Konzerttätigkeit. 1990 wurde er Ensemblemitglied des Musiktheaters im Revier in Gelsenkirchen.
Auch an anderen wichtigen deutschen Opernhäusern sowie in Lyon und Brüssel sang Thomas Piffka die großen Mozart-Partien, Ernesto in ‚Don Pasquale‘, Alfred in ‚Die Fledermaus‘, Alfredo in ‚La Traviata, Almaviva in ‚Il Barbiere di Siviglia‘, den Sänger in ‚Der Rosenkavalier‘, den Richard in Lortzings ‚Regina‘ sowie die Titelpartie in Gounods ,Faust‘.
Seit 1999 ist Piffka freiberuflich tätig, blieb aber den Theatern Essen und St. Gallen als ständiger Gast verbunden. An der Wiener Volksoper gastierte Piffka als Hoffegut in Braunfels‘ ‚Die Vögel‘, Christobald in Schrekers ‚Irrelohe‘ und Graf Zedlau in ‚Wiener Blut‘.
Am Staatstheater Kassel sang er die Partien des Hans in ‚Die verkaufte Braut‘, des Malandrino in Suppés ‚Banditenstreiche‘ sowie den Boris in ‚Katja Kabanowa‘. An der Oper Leipzig gastierte er als Florestan in ‚Fidelio‘ und an der Komischen Oper Berlin als Sou-Chong in ‚Das Land des Lächelns‘. Die Titelrolle in Massenets ‚Werther‘ sang er in Osnabrück.
Engagements führten Thomas Piffka außerdem nach Wiesbaden, wo er als Marquis in Prokofjews ‚Der Spieler‘ zu sehen war, sowie nach Karlsruhe, ans Teatro Lirico in Cagliari, nach Bern, Dortmund, Graz, Basel und Göteborg. Piffka gab sein umjubeltes Rollendebüt als Alwa in ‚Lulu‘ im April 2009 an der Opéra de Lyon und war in dieser Produktion auch an der Mailänder Scala und bei den Wiener Festwochen 2010 zu erleben.
Den Alwa sang er im Januar 2010 außerdem in einer Neuproduktion in Essen. Weitere Auftritte in der Spielzeit 2009/10 waren Kalaf in Busonis ‚Turandot‘ in Weimar, Florestan in Klagenfurt und Karlsruhe, Ismaele in ‚Nabucco‘, Don José und Edwin in ‚Die Csárdásfürstin‘ am Aalto-Musiktheater Essen sowie Erik in ‚Der fliegende Holländer‘ in Cagliari. Im Winter 2010/11 ist Piffka als Pinkerton (‚Madama Butterfly‘) in Malmö zu erleben; ab März 2011 als Le Prince Inconnu (‚Turandot‘) in Dijon.
Ute Döring (Charlotte/Ms. Pratt) wurde in Berlin geboren. Sie studierte zunächst Klavierpädagogik und danach Solo-Gesang bei Peter Maus sowie Liedinterpretation bei Dietrich Fischer-Dieskau. Die Sängerin gehörte von 1991 bis 1995 dem Ensemble des Theaters Ulm an.
Von 1995 bis 1998 war sie an der Oper Köln engagiert, und in der Spielzeit 2003/04 wechselte sie an das Theater Dortmund. Seit der Spielzeit 2004/05 zählt sie zum Ensemble des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Ute Döring gastierte bei den Bayreuther Festspielen, an der Nederlandse Opera Amsterdam, am Theater an der Wien und an der Mailänder Scala.
An der San Francisco Opera gab sie in der Spielzeit 2002/03 ihr USA-Debüt. Des weiteren sang Ute Döring an der Oper Frankfurt, am Nationaltheater Mannheim, an der Oper Köln, am Theater Bonn sowie am Theater Klagenfurt.
Zu Ute Dörings Repertoire gehören die typischen Hosenrollen des Mezzosopran (Cherubino in ‚Le Nozze di Figaro‘, Idamante in ‚Idomeneo‘, Annio in ‚La Clemenza di Tito‘, die Titelpartie in Händels ‚Giulio Cesare‘, Orfeo in Glucks ,Orfeo ed Euridice‘, Offenbachs Nicklausse/La Muse in ‚Les contes d‘Hoffmann‘, Fragoletto in ‚Les Brigands‘ sowie Octavian im ‚Rosenkavalier‘).
Sie brilliert aber auch in den Koloraturpartien Rossinis – so als Rosina in ‚Il Barbiere di Siviglia‘ und Angiolina in ‚La Cenerentola‘. Sie hat sich auch mit Partien des dramatischen Sopran auseinander gesetzt wie Giulietta in ‚Les Contes d’Hoffmann‘, Gutrune und Sieglinde in Wagners ‚Ring des Nibelungen‘ und Leonore in ‚Fidelio‘.
In fünf verschiedenen Inszenierungen hat sie die Marie in Bergs ‚Wozzeck‘ gesungen. Mehrere zeitgenössische Komponisten schrieben Werke für Ute Döring, so u.a. Sidney Corbett seine Kammeroper ‚X&Y‘, Berthold Türcke die ‚Celan-Lieder‘ und Wolfgang Florey ‚At The Edge Of The World‘.
Sie hat mit den Regisseuren Jürgen Flimm, David Mouchtar-Samorai, Konstanze Lauterbach, Günter Krämer, Johannes Schaaf, Torsten Fischer, Robert Carsen, Cesare Lievi, Roberto di Simone, John Dew und Manfred Beilharz zusammengearbeitet.
Die Dirigenten Daniele Gatti, Manfred Honeck, Donald Runnicles, Giuseppe Sinopoli, Riccardo Muti, Marc Piollet, Lothar Königs, James Conlon, Hartmut Haenchen, Adam Fischer und Sir Jeffrey Tate gehörten zu ihren künstlerischen Partnern.
Ute Döring hat zudem immer wieder als Lied- und Konzertsängerin auf dem Podium gestanden. Von 1994 bis 1997 war sie jährlich bei der Schubertiade Feldkirch/Schwarzenberg/Achberg zu Gast. Sie sang beim Wiener Klangbogen (1999) und beim Bonner Beethoven-Marathon (1995) sowie in der Berliner und Kölner Philharmonie.
Die Sängerin stellte sich außerdem im Rahmen der Wiesbadener Schubertiade mit Liedern von Franz Schubert, Francis Poulenc und Robert Schumann vor.
Im Februar 2009 gastierte sie erstmalig beim Ensemble Intercontemporain in Paris. Ende November 2010 sang Ute Döring an der Korea National Opera in der koreanischen Erstaufführung von Alban Bergs ‚Lulu‘ die Gräfin Geschwitz.
In der Spielzeit 2010/2011 singt Ute Döring am Hessischen Staatstheater Wiesbaden u.a. Prinz Orlofsky in ‚Die Fledermaus‘, Ottavia in ‚Die Krönung der Poppea‘ und Octavian in ‚Der Rosenkavalie
Oper in zwei Akten von Rodion Shchedrin
Libretto vom Komponisten nach dem gleichnamigen Roman von Vladimir Nabokov
Uraufführung: 14. Dezember 1994, Kungliga Operan, Stockholm
Premiere
Samstag, den 30.04.2011, 19.30 Uhr
Großes Haus
Montag, den 16.05.2011, 19.30 Uhr
Mittwoch, den 01.06.2011, 19.30 UhrDonnerstag, den 23.06.2011, 19.30 Uhr
Dienstag, den 28.06.2011, 19.30 Uhr
Aufführungsdauer: 2 Stunden 45 Minuten, eine Pause
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