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Deutsches FernsehKrimi-Festival - Preis verliehen

Wiesbaden FernsehKrimi-Festival endete mit einem glanzvollen Abend „Tatort - Nie wieder frei sein“

Am Samstagabend wurden in der Caligari FilmBühne in Wiesbaden die Preise der siebten Ausgabe des Deutschen FernsehKrimi-Festivals verliehen. Durch den Abend führte wie im letzten Jahr die Schauspielerin, Kabarettistin und Sängerin Maren Kroymann. Außerdem auf dem Programm:

Ulrich Tukur und seine Band „Die Rhythmus Boys“ sowie Jockel Tschiersch mit seinem Krimi-Kabarett. Unter den Gästen waren zahlreiche prominente Gesichter der Film- und Fernsehbranche wie Katrin Sass, Wotan Wilke Möhring und Anneke Kim Sarnau sowie viele Produzenten, Regisseure und Redakteure.

„Tatort - Nie wieder frei sein“ gewinnt den Deutschen FernsehKrimi-Preis 2011

Die Jury, bestehend aus der Lektorin Maya Constantine, der Regisseurin Aelrun Goette, der Krimiautorin Krystyna Kuhn,  dem Rechtsmediziner Prof. Dr. Rainer Mattern und dem Schauspieler Rüdiger Vogler wählte aus zehn nominierten Filmen die diesjährigen Preisträger.

Der Deutsche FernsehKrimi-Preis 2011 ging an den BR-Tatort Nie wieder frei sein von Christian Zübert (Regie) sowie Michael Polle und Kathrin Breininger (Produktion: Hofmann & Voges Entertainment).

Dazu die Jury: „Was soll man tun, wenn man Opfer eines Gewaltverbrechens ist und der Täter wird freigesprochen? Nie wieder frei sein beginnt dort, wo andere Krimis aufhören: Der Fall ist geklärt. Doch das Opfer – eine junge Frau – und ihre Angehörigen müssen mit der Konsequenz von Zerstörung weiterleben. Nur wie?

Spannend bis zur letzten Minute bewegt sich der Film gleichermaßen im Krimi-Genre, wie er den Rahmen sprengt. Am Ende muss der Zuschauer selbst entscheiden. Was wiegt schwerer: Gerechtigkeit oder Gesetz?“

Neben dem Hauptpreis hat die Jury noch zwei „Herausragende Einzelleistungen“ vergeben. Ausgezeichnet wurde zum einen Lisa Wagner für ihre Rolle als Rechtsanwältin Regina Zimmer in dem Tatort Nie wieder freisein.

Nach Meinung der Jury verkörpert Lisa Wagner „mit minimalistischer Leidenschaft eine Anwältin, die von ihrem Willen nach Durchsetzung der gesetzlichen Regeln überzeugt ist und am Ende durch die Konfrontation mit der Wirklichkeit alles in Frage stellen wird.

Sie balanciert ihre Figur in dem Spannungsfeld zwischen ‚richtig‘ und ‚falsch‘ und konfrontiert den Zuschauer am Ende mit der entscheidenden Frage: Was hält uns zusammen? Recht? Oder Gerechtigkeit?“

Mit der zweiten „Herausragenden Einzelleistung“ hat die Jury Lars Becker geehrt, der bei der ZDF-Produktion Amigo – Bei Ankunft Tod Regie geführt hat. Der temporeiche Polizei-Thriller spielt in Neapel und Hamburg, die Hauptrollen haben Tobias Moretti als untergetauchter Terrorist Amigo sowie Jürgen Prochnow als BKA-Ermittler Fredo Kovacs.

Die Begründung der Jury lautet: „Lars Becker versteht es, durch seine handwerklich und künstlerisch besondere Regieleistung das Thema der RAF-Vergangenheit in die heutige Zeit zu transportieren, in dem er bildgewaltig und erzählerisch virtuos das Thema auf den Punkt bringt: Wer Gewalt sät, wird nichts als Gewalt ernten.“

Die Jury, die sich aus Leserinnen und Lesern des Wiesbadener Kuriers zusammensetzte, hat den Publikumspreis an den Film Das letzte Schweigen vergeben. Die Produktion von ZDF/Arte (Regie: Baran bo Odar, Produktion: cine plus Filmproduktion und lüthje schneider Film) ist eine Verfilmung des Romans „Das Schweigen“ von Jan Costin Wagner und handelt von Pädophilie.

Das beklemmende Krimi-Drama mit Starbesetzung hat die Publikumsjury tief bewegt. In der Laudatio hieß es:  „Das Thema des Films erzeugt starke Emotionen. Das letzte Schweigen ist außerdem sehr spannend, hat ausdrucksvolle Bilder und überzeugende Darsteller.“

Kulturdezernentin Rita Thies freute sich über den wachsenden Erfolg des Festivals und viele ausverkaufte Veranstaltungen: „Erneut hatten wir in Wiesbaden die wichtigsten Vertreter der deutschen Fernsehbranche zu Gast.

Die Diskussionen nach den Vorführungen waren sehr lebhaft und aufschlussreich. Beim FernsehKrimi-Festival werden die Grenzen des Genres ausgelotet und Qualitätsmaßstäbe gesetzt.“

Auch die Zuschauerzahlen entwickelten sich positiv. Über 4000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten das Programm des Festivals im Kino und im Literaturhaus Villa Clementine.

So ist das Festival nicht nur Branchentreffpunkt, sondern fand erneut eine große Resonanz beim Publikum. Beide Seiten schätzen die Vorführungen und den Austausch in der Caligari FilmBühne, einem der schönsten Kinos Deutschlands.

Am Samstag fand außerdem zum ersten Mal in der Geschichte des Festivals das begleitende Symposium mit einer internationalen Ausrichtung im Literaturhaus Villa Clementine statt. Mit Vorträgen, einer Podiumsdiskussion mit Gästen und Filmvorführungen wurde das Format Fernsehkrimi in Spanien beleuchtet.

So bot sich den Besuchern die Möglichkeit des Vergleichs zwischen zwei sehr unterschiedlichen Fernsehlandschaften. In Spanien nimmt der Krimi einen weit geringeren Stellenwert ein als in Deutschland, er ist nicht das Format, in dem aktuelle gesellschaftliche Themen verhandelt werden, auch ästhetisch geht er ganz andere Wege.

Im Begleitprogramm des Festivals hat außerdem Kriminal- und Drehbuchautor Klaus-Peter Wolf seinen neuen Roman Ostfriesenfalle vorgestellt. Die Geschichte spielt u.a. in Wiesbaden – die Kommissarin Ann Kathrin Klaasen verschlägt es im Buch zum FernsehKrimi-Festival. So durchdringen sich in der Landeshauptstadt Fiktion und Realität.

Das FernsehKrimi-Festival ist eine Veranstaltung des Kulturamts der Landeshauptstadt Wiesbaden und des Medienzentrums Wiesbaden e.V..

Mit freundlicher Unterstützung durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst, den Hessischen Rundfunk, die Spielbank Wiesbaden und Škoda Auto Deutschland. In Kooperation mit dem ZDF, der Hessischen Filmförderung und dem Wiesbadener Kurier.

Landeshauptstadt Wiesbaden
-Der Magistrat-
Kulturamt / 4108

Barbara Dierksen und Christine Kopf
FernsehKrimi-Festival (9.-12.März 2011)

Schillerplatz 1-2
65185 Wiesbaden
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Christine Kopf

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