Das Werk von Sister Corita Kent steht wie das von Evelyne Axell, Pauline Boty, Kiki Kogelnik und Marisol exemplarisch für feminine Strategien der künstlerischen Selbstermächtigung in der Zeit der Popkunst, maßgeblich in den 1960er-Jahren bis Mitte der 1970er-Jahre.
Kunstgeschichtlich primär mit männlichen Protagonisten wie Richard Hamilton, Roy Lichtenstein, Claes Oldenburg, James Rosenquist, Wolf Vostell und Andy Warhol verbunden, will "POWER UP – Female Pop Art" durch die Präsentation herausragender weiblicher Positionen eine Revision des Bilds der Popart erreichen.
Im Spannungsverhältnis von Abstraktem Expressionismus und Minimalismus, Figuration und Abstraktion, High and Low ähnelt das Werk der ausgestellten Künstlerinnen in Material, Thema, Stil und Arbeitsweise an vielen Stellen dem ihrer männlichen Kollegen.
Evelyne Axell, Pauline Boty, Corita Kent, Kiki Kogelnik und Marisol dokumentieren und hypostasieren die Prosperität der Nachkriegsjahre, reflektieren die Oberflächlichkeit der Konsumkultur und treffen in der Plakativität, Monumentalität, der einfachen Formen- sprache sowie Farbauswahl ihrer Arbeiten den Geschmack der Massenkultur und bleiben doch als feministische Vorreiterpositionen kämpferisch, kritisch und außergewöhnlich.
Die Ausstellung postuliert keine genuin feminine Kunst, sondern will den Kanon der Popkunst um einige zumeist unterbewertete, hervorragende Künstlerinnen bereichern.
Die Damen der Années Pop feiern weibliche Sexualität und Lust, verwenden in Bad-Girl-Manier Pin-ups und Exzerpte der Konsumkultur, kommentieren die gesellschaftlichen Auswirkungen des wirtschaftlichen Aufschwungs der Zeit, transportieren Fragmente einer manchmal allzu banalen Alltagswelt und machen in deutlich autobiografisch gefärbten Werken das Persönliche zum Politischen.
Gemein sind ihnen der Humor und die Leichtigkeit einer Lebenseinstellung, die sich bis heute in verschiedensten Facetten und Spielarten der zeitgenössischen Kunst abbildet.
Featuring Evelyne Axell, Rosalyn Drexler, Dorothy Iannone, Sister Corita Kent, Kiki Kogelnik, Yayoi Kusama, Marisol, Niki de Saint Phalle
Pressekonferenz: Donnerstag, 4. November 2010, 10 Uhr
Eröffnung: Donnerstag, 4. November 2010, 19 Uhr
5. November 2010 – 20 Februar 2011, halle 1
Kunsthalle Wien
Museumsplatz 1, 1070 Wien
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