Nicht nur die USA, auch Südafrika hat eine lange Jazztradition. Allerdings schränkte die dortige Rassenpolitik zahlreiche Musiker so in ihrer Arbeit ein, dass viele von ihnen nach Europa auswanderten. So auch Chris McGregor und Dudu Pukwana.
Der Brite Julian Argüelles, der noch mit beiden gespielt hat, arrangiert nun die Musik der Exilanten für die hr-Bigband. Das Ergebnis ist zu hören am Donnerstag, 14. Oktober, im Stadttheater Gießen und am Freitag, 15. Oktober, im hr-Sendesaal. Wie ein dunkler Schatten begleitet der Rassismus die Geschichte des Jazz, nicht nur in Amerika.
So durfte der südafrikanische Pianist Chris McGregor in seiner Heimat nicht vor weißem Publikum auftreten, weil zu seinem Quintett vier schwarze Musiker gehörten. Mitte der 60er Jahre, nach einer erfolgreichen Europatournee, kehrten die „Blue Notes“ dem Apartheidregime den Rücken und ließen sich in London nieder.
Mit ihren tänzerischen Rhythmen, in denen das Leben der schwarzen Townships pulsiert, nahmen sie die britische Avantgarde-Szene im Sturm für sich ein und bescherten dem Jazz eine neue Unbeschwertheit.
20 Jahre nach dem Tod von Chris McGregor und seines Saxofonisten Dudu Pukwana erschließt Julian Argüelles die Musik der südafrikanischen Exilanten für die hr-Bigband. „It’s going to be a lot of fun!“, verspricht Argüelles.
Für Freude sorgt das Wiedersehen mit Bruder Steve Argüelles, der seit einigen Jahren als Schlagzeuger und Produzent in Paris erfolgreich ist. Genau wie für seinen Bruder Julian gehört für ihn das Zusammenspiel mit südafrikanischen Musikern in London zu den prägenden Erfahrungen seiner Karriere.
„Afrika im Exil“ - Steve Argüelles, Percussion; Julian Argüelles, Leitung
Datum: Donnerstag, 14. Oktober, 20 Uhr
Ort: Stadttheater, Berliner Platz, Gießen Karten unter Telefon: (0641) 79 57-60
Datum: Freitag, 15. Oktober, 20 Uhr
Ort: hr-Sendesaal, Bertramstraße 8, Frankfurt Karten: 17 Euro unter Telefon: (069) 155-2000
Rückfragen an: Isabel Schad, hr-Pressestelle, Telefon: 069 / 155 6823, ischad@hr-online.de


©Richard Kaby 1Bild