Peter Lewerentz, Düsseldorfer Galerist aus Leidenschaft, hat sich einen Lebenstraum erfüllt: Am Freitag, dem 15. Oktober 2010 um 19.30 Uhr eröffnet der „Kunst-Afficionado“ seine neue Galerie Art Unit an der Leopoldstraße 52 in Düsseldorf. Gemeinsam mit der Künstlerin Anna Kathrin Kleeberg, die unter anderem als eine der „Hände“ Immendorffs bekannt wurde, setzt Lewerentz jetzt auf mehr als 600 Quadratmetern Ausstellungsraum seine Vorstellungen von künstlerischer Qualität in Szene.
„Wir zeigen in unserer Galerie Kunst unterschiedlichster Stilrichtungen, die jenseits aktueller Modeströmungen allein durch ihre Klasse überzeugt“, erläutert Peter Lewerentz sein Konzept und fährt fort: “Ob Plastik, Malerei oder Installation – die neuen Räumlichkeiten bieten unzählige Möglichkeiten der Präsentation. Darüber hinaus können hier auch Konzerte, Theateraufführungen oder Lesungen stattfinden.“
In der Eröffnungsausstellung treffen mit dem Maler Horst HagenRath und dem Bildhauer Michael Dekker die Werke zweier Künstler aufeinander, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten. In seinen gespachtelten Ölbildern spielt Horst Hagen Rath mit konventionelle Sehgewohnheiten und Erwartungen des Betrachters. Farbgebung und Komposition erinnern an die Ästhetik alter Meister, die der Künstler durch radikal dargestellte Nacktheit des menschlichen Körpers ironisiert.
“Raths merkwürdige Interpretationen biblischer, mythologischer oder philosophischer Themen sind witzig und beängstigend zuleich“, gibt Anna Kathrin Kleeberg ihre Eindrücke wieder und ergänzt: „Ich empfinde seine Gemälde als verstörende, wie aus der Zeit gefallene Rätsel.“
Bei Horst Hagen Rath laden nackte, dickbäuchige Männer mit skuril-bedrohlichen Masken zum Abendmahl, abwesend blickende Frauen präsentieren wie beiläufig ihre hängenden Brüste und auch der antik anmutende Held mit Pfeil und Bogen ist alles andere als ein Apoll. Handwerkliche Virtuosität und Ideenreichtum gepaart mit einem Gespür für absurde und surreale Situationen machen diesen Künstler zu einer echten Entdeckung.
Ebenfalls eine Entdeckung ist der junge Bildhauer Michael Dekker. Der 1983 in Ludwigshafen geborene Dekker (seit 2005 staatlich geprüfter Landwirt) studiert Kunst (bei Tony Cragg an der Düsseldorfer Kunstakademie) und Geografie. Sein Interesse gilt der gestaltenden Kraft der Natur, der er die Gestaltung von Menschenhand mit künstlichem Material entgegensetzt. Seine Skulpturen ähneln Fragmenten aus größeren geologischen Zusammenhängen, die reduziert und konzentriert aus ihrer ursprünglichen Verbindung gelöst wurden.
Anders als die Natur baut Dekker seine Formen bewußt auf. Doch zerstört er seine Arbeiten nicht und überläßt sie auch nicht dem Zufall. Dekker schafft eine bildhauerische Situation, die dem Betrachter das Gefühl vermittelt, das die Skulptur sich selbst erschafft.
Die Galeristen Peter Lewerentz und Anna Kathrin Kleeberg stehen für Interviews zur Verfügung.
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Jörg Schwarz
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