Welche Orte in Bonn werden akustisch wahrgenommen? Was bewirkt die Architektur? Wie klingt die Stadt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der österreichische Klangkünstler und Komponist Sam Auinger. Als erster Bonner Stadtklangkünstler lebt der ehemalige DAAD-Stipendiat für sechs Monate am Rhein.
Wer den Bonner Hauptbahnhof unterirdisch in Richtung Innenstadt verlässt, muss durchs sogenannte „Bonner Loch“. Unterhalb der Straßenebene gelegen, ist hier der Verkehrslärm kaum noch zu hören.
„Dadurch hat dieser Platz durchaus eine akustische Qualität“, erklärt Sam Auinger. In optischer Hinsicht gilt das nicht: Dunkelgrauer Beton dominiert die Szenerie. Die gelb gekachelte Wand zum öffentlichen WC und der überwiegend braune Gebäudekomplex an der Längsseite machen den visuellen Eindruck nicht besser.
Erster Bonner Stadtklangkünstler
Auinger ist auf Entdeckungstour: Die Beethovenstiftung für Kunst und Kultur der Bundesstadt Bonn hat ihn zum ersten Bonner Stadtklangkünstler berufen. Im Mittelpunkt des international einmaligen Projekts „Bonn hören – Stadtklangkunst 2010“ steht ein halbjähriger Forschungsaufenthalt.
Speziell für den öffentlichen Raum der Stadt Bonn wird Auinger eine Klanginstallation entwickeln, die ab September 2010 für sechs Monate zu erleben ist. Im Mai startet mit Vorträgen und Gesprächen das Stadtklangforum im Kunstmuseum Bonn.
Der Kurator und Projektleiter von „Bonn hören“, Carsten Seiffarth, hat außerdem Projekte mit Bonner Schulen geplant. Studenten der Kunsthochschule für Medien Köln nehmen an einem Workshop mit Auinger teil, dessen Ergebnisse in der Ausstellung „Sonotopia“ zum Beethovenfest Bonn im September gezeigt werden.
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